Jugendliche gestalten die Zukunft

Internationaler Tag der Jugend

Am Samstag, 12. August 2017 ist der Internationale Tag der Jugend der Vereinten Nationen. Er soll daran erinnern, dass junge Menschen Konflikte verhindern, Gesellschaften gerechter machen und die Welt verändern können. Damit dies gelingt, müssen Jugendliche in allen Bildungsbereichen lernen, „dass ihre Entscheidungen Menschen nachfolgender Generationen und in anderen Erdteilen beeinflussen“, fordert Dr. Ulrich Witte von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). „Bildung für eine nachhaltigere Entwicklung ermöglicht es jedem Jugendlichen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen“, betont Witte, der die Abteilung Umweltbildung der DBU leitet.

Auch die Vereinten Nationen erinnern anlässlich des Jugendtags daran, dass Jugendliche eine zentrale Rolle für die 17 Ziele nachhaltiger Entwicklung und das Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) spielen. Menschen zwischen 15 und 25 Jahren werden am meisten unter einer nicht nachhaltigen Entwicklung zu leiden haben – gleichzeitig sind sie die Entscheidungsträger der Zukunft, die bereits heute ihre Gesellschaft maßgeblich verändern können. Die Stärkung und Mobilisierung der Jugend ist deshalb eines von fünf prioritären Handlungsfeldern des Weltaktionsprogramms BNE. In der BNE-Landschaft setzen sich bereits über 200 Akteure besonders für diesen Schwerpunkt ein.

Gute Praxis fördert Neugierde junger Menschen und vernetzt Fachkräfte

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt möchte anhand eines von ihr geförderten abgeschlossenen Projekts der Alice Solomon Hochschule in Berlin zeigen, dass BNE den Forschergeist junger Menschen weckt. Kinder und Jugendliche entwickelten „Tüfteltruhen“ zu sechs Themen an Kindertagesstätten und Grundschulen: „Luft lüften – Wind bringt’s“, „Boden schätzen“, „Wasser marsch“, „Leise-Lauter-Lärm“, „Forsches Viertel – Erkunde deine Umgebung“ und „Rohstoffkreise – Entdecke, was in den Dingen steckt“. Grundlage war hierbei das Prinzip der Lernwerkstatt, das Kinder und Jugendliche zum Experimentieren mit verschiedenen Materialien anregen soll und praktische Erfahrung mit Mathematik, Naturwissenschaften und Technik vermittelt.

Pädagogische Fachkräfte lernten in einer begleitenden Fortbildung, wie sie diese Werkstätten methodisch begleiten und welche Materialien sich eignen. Diese Fortbildungen wollen sie auch nach Abschluss des Projektes fortführen, in Zusammenarbeit mit dem Kinderforschungszentrum Helleum. Das Helleum entwickelte von 2015 bis 2017 das Anschlussprojekt „Helle und Leum Tüfteltruhen“, das insbesondre Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern fördert. Außerdem wurde das Tüfteltruhen-Projekt als Modellbeispiel inklusiver Lernmethoden in den Berlin-Brandenburger Rahmenlehrplan für den Sachunterricht aufgenommen. Es ist damit ein gutes Beispiel, wie sich aus einzelnen Projekten tiefergehende Strukturen bilden, die das Weltaktionsprogramm BNE langfristig verankern soll.

DBU gestaltet Weltaktionsprogramm in Nationaler Plattform mit

Die DBU ist mit ihrem Generalsekretär Dr. Heinrich Bottermann in der Nationalen Plattform vertreten, dem obersten Lenkungsgremiums der deutschen Umsetzung des Weltaktionsprogramms BNE. Die Nationale Plattform hat am 20. Juni 2017 einen Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung des Weltaktionsprogramms verabschiedet. Er nennt 130 Ziele und 349 Handlungsempfehlungen zur strukturellen Verankerung von BNE in der deutschen Bildungslandschaft.

Bei der Umsetzung des Nationalen Aktionsplanes BNE werden junge Menschen stärker einbezogen und als zentrale Akteure des Wandels gesehen. Das  Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert dazu unter anderem die youboX, ein Beteiligungsbüro bei der Stiftung Bildung. Die youboX richtet im September 2017 erstmals das Sommercamp youcoN aus und unterstützt in den nächsten Jahren jungen Menschen dabei, sich an der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans BNE zu beteiligen.