Handbuch zur „grünen“ Berufsbildung

Verstehen, Planen, Umsetzen, Bewerten

Unsere Arbeitswelt ändert sich rasant, Berufe der Zukunft werden nachhaltiger und digitaler sein. Wenn Menschen heute die notwendigen Fähigkeiten erlernen, die sie für die Berufe von morgen benötigen ist das eine Chance, um etwa Jugendarbeitslosigkeit und Klimawandel zu begegnen. Das Internationale Zentrum für Berufsbildung der UNESCO (UNEVOC) veröffentlichte deswegen ein Handbuch, das Akteuren der Beruflichen Bildung hilft, ihre Bildungsstätte mit Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) „grüner“ zu machen. Die Publikation „Greening technical and vocational education and training: a practical guide for institutions“ gibt es als kostenfreie PDF in englischer Sprache.

Das Handbuch ist in zwei Hauptkapitel unterteilt. Das erste Kapitel beleuchtet, warum „greening“ in der beruflichen Bildung wichtig ist und welche Rolle BNE dabei spielt. Das zweite Kapitel beschreibt, wie dieser Wandel gelingen kann – in vier Schritten: Verstehen, Planen, Umsetzen, Bewerten. Die Lesenden erfahren so beispielsweise, welche Akteure sie frühzeitig einbinden können, warum sie Prioritäten setzen sollten und wie andere Einrichtungen beruflicher Bildung sich nachhaltiger gemacht haben.

Dabei spielt der „whole institution approach“ des Weltaktionsprogramms BNE, bei dem die gesamte Institution in den Bildungsansatz einbezogen wird, eine wichtige Rolle. Damit Bildungsstätten Orte gelebter BNE werden, müssen laut der Publikation fünf Bereiche am Prinzip der ökologischen, sozialen und ökonomischen Nachhaltigkeit ausgerichtet werden: Schulgelände, Lehrpläne, Forschung, Gemeinschaft und Arbeitsplatz sowie Institutionelle Kultur. Die Publikation berücksichtigt, dass Berufsschulen sehr unterschiedlich sind. Die enthaltenen Ratschläge sollen Schulen mit kleinen Werkstätten genauso weiterhelfen, wie Schulen mit komplexen Technologien. 

UNEVOC und Berufliche Bildung im Weltaktionsprogramm

Das 2002 eröffnete Internationale Zentrum UNESCO-UNEVOC in Bonn unterstützt weltweit die Entwicklung von Berufsbildungssystemen und fördert die regionale und internationale Zusammenarbeit auf diesem Gebiet. Ein Schwerpunkt der Arbeit ist die Koordination und Stärkung des weltweiten UNEVOC-Netzwerkes, das aus mehr als 280 UNEVOC-Zentren in über 160 Industrie- und Entwicklungsländern besteht. Mitglieder im Netzwerk sind beispielsweise nationale Ministerien, Forschungs- oder Ausbildungseinrichtungen.

Warum Berufliche Bildung für eine nachhaltige Entwicklung so wichtig ist, erfahren Sie in unserem Dossier. In der deutschen BNE-Landschaft beschäftigen sich derzeit rund 150 Akteure mit diesem Bildungsbereich. Über 70 Lehrmaterialien helfen außerdem, nachhaltige Entwicklung in der beruflichen Bildung umzusetzen.