Grüne Berufe und Arbeitswelten

Wie „grün“ sind bereits bestehende Branchen und Berufe?

Wenn es um nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung geht, fallen immer häufiger Begriffe wie „Green Economy“, „Green Jobs“, „Green Skills“ oder „Greening“. Aber was ist mit diesen Wörtern eigentlich gemeint und welche Ziele und Hoffnungen verbinden Vertretende aus Politik, Wirtschaft oder Forschung mit solchen Konzepten? Wie verändert sich unsere Arbeitswelt im Zuge dieses Prozesses?

Eine Studie von Susanne Graf und Dr. Katharina Reuter vom Verein UnternehmensGrün gibt einen Überblick über die vielfältigen Antworten auf diese Fragen und liefert tragfähige Definitionen. Ein wichtiges Ziel der Studie ist es zu zeigen, dass „grüne“ Wirtschaft sich nicht auf Umweltschutz oder technologische Innovationen beschränkt. Vielmehr gehe es um einen Wandel, der alle Branchen kohlenstoffarm und ressourceneffizient macht und Fähigkeiten wie vernetztes Denken und ganzheitliche Betrachung von Problemen fördert.

Die Autorinnen untersuchen „Greening der Berufe und nachhaltige Arbeitswelt“. Die Studie ist als PDF-Datei online kostenlos verfügbar. Die beiden blicken darin auf bereits bestehende Berufe und Ausbildungsformen und untersuchen, wie sie sich in den verschiedenen Wirtschaftssektoren verändern. Sie begründen diesen Schwerpunkt mit der These, dass sich der Wandel zu einer „Green Economy“ vor allem hier vollziehe und nicht in komplett neuen Unternehmen oder Branchen.

Es sei außerdem wichtig, nicht nur einzelne Branchen mit eindeutigem Umweltbezug zu betrachten, die man klassischerweise mit dem Thema verbindet. „Greening“ ziele langfristig auf einen Strukturwandel der gesamten Volkswirtschaft. Deshalb analysieren die Autorinnen insgesamt neun Branchen: Mobilität, Stadtentwicklung, Hochtechnologien und IT, Wasserversorgung, Land- und Forstwirtschaft, Hausbau, Kunststoffindustrie, Tourismus und Handel.

Die Grundlage der Studie sind qualitative Interviews mit Unternehmerinnen und Unternehmern aus diesen Branchen. Dabei interessieren sich Graf und Reuter unter anderem dafür, was nachhaltige Unternehmen ausmacht, in welchen Branchen und Berufen „Greening“ besonders ausgeprägt ist sowie welches Wissen und welche Fähigkeiten in diesen gefragt sind.

Jugendliche lernen „Grüne Berufswelt“ kennen

Die Studie soll jungen Menschen so den beruflichen Einstieg in die vorgestellten Berufsbilder erleichtern. In der Bildung und Ausbildung liefere sie eine hilfreiche Orientierung, welche „Grünen Berufe“ mit Zukunft es gibt und was man in diesen lernen kann.

Die Studie ist Teil des Projekts „Mach Grün! Berufe entdecken und gestalten“. Auf der Webseite dazu geben Praxisbeispiele und Interviews einen Einblick in verschiedene Branchen. Dort gibt es auch weitere Informationen zu Camps, Wettbewerben und Veranstaltungen für Jugendliche. Ein YouTube-Video zum Auftakt des Projekts zeigt etwa, wie Jugendliche bereits wichtige „Green Skills“ lernen, indem Sie gemeinsam ein Floß bauen.

Der Verein UnternehmensGrün ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, Selbständigen und Führungskräften der „Grünen Wirtschaft“, dem über 200 Mitglieder angehören.