Diskussionspapier: „Was ist gute BNE?“

Monitoring-Team des Weltaktionsprogramms befragte BNE-Akteure auf dem Agendakongress 2016

Am 12. und 13. Juli 2016 fand der nationale Agenda-Kongress zum UNESCO-Weltaktionsprogramm „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (WAP BNE) in Berlin statt. Das Team des WAP-Monitoring hat hier eine Kurzerhebung zu der Frage „Was ist gute BNE?“ durchgeführt und nun die Ergebnisse in einem Artikel veröffentlicht.

Der Kongress ist eine zentrale Auszeichnungs- und Vernetzungsveranstaltung der BNE-Community in Deutschland. Daher wurde er als Erhebungsort ausgewählt. Mit der explorativen Studie war der Anspruch verbunden, Einblicke in die heterogene Gruppe von BNE-Akteuren und in ersten Ansätzen ein differenzierteres Bild dieser Gruppe und ihrer Perspektiven auf BNE zu bekommen. Ein zentrales Interesse galt den Perspektiven der BNE-Akteure darauf, was „gute BNE“ auszeichnet. Insgesamt nahmen 190 Personen von 617 angemeldeten Kongressteilnehmern an der Kurzerhebung teil. In dem Diskussionspapier werden die ersten Ergebnisse der Kurzerhebung präsentiert und vor allem auf die Frage nach der Bedeutung einer „guten BNE“ fokussiert.

Die Ergebnisse zeigen, dass gute BNE für die Akteure ein Zusammenspiel aus Zielen, Inhalten, Methoden und Medien sowie Organisationsformen pädagogischer Settings ist. Ziel guter BNE ist der Erwerb von Gestaltungskompetenz unter Betonung jener Teilkompetenzen, die den Handlungskompetenzen und den Bewertungs- und Beurteilungskompetenzen zuzuordnen sind. Die Inhalte einer guten BNE basieren auf dem gesamten Nachhaltigkeitsdiskurs, sowie zunehmend auch der allgemeinen Transformationsdebatte. Sie werden durch spezifische Kriterien, wie Interdisziplinarität, Zukunftsorientiertheit und Werteorientierung gerahmt. Hinsichtlich der Methoden bzw. Medien guter BNE lässt sich eine deutliche Orientierung am Konzept des Situierten Lernens identifizieren. Im Mittelpunkt stehen partizipative Methoden sowie ein deutlicher Alltags- und Lebensweltbezug. Eine zentrale Organisationsform ist neben anderen der „Whole Institution Approach“. Außerdem wird festgestellt, dass sich die gesamte Bildungslandschaft strukturell ändern müsse.

Das Diskussionspapier wird als Aufschlag für eine notwendige Qualitätsdiskussion in der BNE gesehen. Die Autorinnen und der Autor freuen sich daher sehr über Feedback.