Bildung für nachhaltige Entwicklung studieren

Von Agrarwissenschaft bis Zukunftsforschung

Mehr als 15.000 Studiengänge werden an deutschen Hochschulen angeboten – und die Zahl derjenigen, die Nachhaltigkeit in ihren Lehrplan einbinden, nimmt stetig zu. Was macht diese Studiengänge besonders?

Die Studiengänge sind interdisziplinär ausgerichtet, sie verbinden verschiedene Bereiche der Forschung und Praxis. So findet man bei einem Studium mit Nachhaltigkeitsbezug wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge mit Kursen in Philosophie und Ethik oder einen Master, der Humanwissenschaften mit Naturwissenschaften kombiniert. Mit dieser Zusammenführung unterschiedlicher Fachrichtungen leisten die Hochschulen einen wichtigen Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).

Hilfreich bei der Suche nach dem richtigen Studiengang sind Online-Verzeichnisse wie von der Zeit oder der Bundesagentur für Arbeit. Diese bieten einen ersten Überblick, welche Fächer angeboten werden. Um einen Studiengang mit BNE Fokus zu finden lohnt sich ein Blick auf die Webseite des Netzwerks Hoch-N oder in die Akteursdatenbank. Die dort aufgelisteten Hochschulen setzen sich dafür ein, nachhaltige Entwicklung in allen zentralen Strukturen und Handlungsfeldern der Hochschule zu fördern.

Von der Deutschen UNESCO-Kommission als Lernort ausgezeichnet wurde die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, die BNE in Lehre, Betrieb und Forschung umsetzt. Um Hochschulen zu vernetzen und BNE an Universitäten weltweit durch Forschung, Capacity Building und Monitoring zu verankern, wurde 2005 der UNESCO-Lehrstuhl „Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung“ der Leuphana Universität Lüneburg verliehen. Die UNESCO-Lehrstühle arbeiten eng mit der UNESCO zusammen, um eine ganzheitliche Transformation von Lehr- und Lernumgebungen voranzutreiben. 

Gute-Praxis: BNE Studiengänge

Einige Studiengänge bilden BNE ganzheitlich ab: Sie verbinden eine pädagogische Ausbildung mit Wissen über Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte. Die Studierenden sollen in die Lage versetzt werden, Wissen über nachhaltige Entwicklung anzuwenden und BNE aktiv zu gestalten. In Deutschland werden beispielsweise die folgenden Studiengänge angeboten:

Einen Schwerpunkt auf Kindheitspädagogik und Vernetzung legt der Master „Netzwerkmanagement Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung (BNE)“ der Alice Salomon Hochschule (ASH) Berlin. Entstanden ist der Studiengang 2012 aus einer Kooperation der Hochschule mit der Leuchtpol GmbH. Als offizielles Projekt der UN-Weltdekade BNE wurde der Studiengang für den Zeitraum 2012/13 von der Deutschen UNESCO-Kommission ausgezeichnet. Die Bewerbungsfrist für das Sommersemester an der ASH Berlin endet bereits am 15.02.2018.

Der berufsbegleitende Master „Bildung und Nachhaltigkeit“ der Universität Rostock konzentriert sich auf die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeitsaspekten und die Umsetzung zielgruppengerechter Bildungsangebote. Dabei richtet sich der Studiengang speziell an Berufstätige, die mindestens ein Jahr Berufserfahrung nachweisen können. Bewerbungsschluss für das Wintersemester für den zulassungsfreien Studiengang ist der 15.08.2018. 

Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, die 2016 von der Deutschen UNESCO-Kommission und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung als Lernort ausgezeichnet wurde, bietet Studierenden den Master „Geographie: Bildung für nachhaltige Entwicklung“ an. Dieser richtet sich nicht ausschließlich an Studierende der Geographie. Er spricht auch Bewerber mit einem vergleichbaren Studium mit BNE Bezug an. Der Master verbindet die Fächer Geographie, Wirtschaftswissenschaften, Soziologie, Pädagogik, Psychologie, Didaktik und Ethik. Die Bewerbungsfrist für das Wintersemester endet am 01.08.2018.

Zusätzliche Weiterbildungsmöglichkeiten

Wer sich nicht direkt auf ein ganzes Studium einlassen möchte, kann sich auch in Kursen zu BNE weiterbilden.

  • Viele Hochschulen bieten fachübergreifend Veranstaltungen mit Nachhaltigkeitsbezug an, im Zuge dessen Studierende das Zertifikat „Studium Oecologicum“ erwerben können. Die dazugehörigen Vorlesungen beschäftigen sich mit einer Reihe unterschiedlicher Themen aus der Umweltethik, Agrar- oder Kulturwissenschaft.
  • Wer sich lieber von zu Hause aus weiterbilden möchte, wird etwa im Online-Portal der Universität Bremen fündig. Hier gibt es zahlreiche kostenfreie Kurse, die mit einer Prüfung und Credit Points abgeschlossen werden können.
  • Initiativen wie das Green Office Modell oder Netzwerk n e.V. verändern die Hochschullandschaft bottom-up. Diese Initiativen fungieren als Vernetzungsplattform, Kompetenzvermittler und Interessensvertreter. So bietet Netzwerk n Wandercoachings an, bei denen studentische Initiativen bei der Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsstrategien unterstützt werden.