Monitoring

Wie gut ist BNE in Deutschland bereits in den verschiedenen Bildungsbereichen verankert und wie lässt sich dies überprüfen? Um diese Fragen zu beantworten, entwickeln Prof. Dr. Gerhard de Haan und das Projektteam zum Weltaktionsprogramm des Instituts Futur an der Freien Universität Berlin ein Monitoring-Verfahren.

Eckpunkte zum Monitoring

Durch die Arbeitsstelle des Wissenschaftlichen Beraters des Weltaktionsprogramms Prof. Gerhard de Haan wird ein Monitoring-Verfahren zur Erfassung von Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) im deutschen Bildungssystem entwickelt und durchgeführt. Um das Ausmaß und die Qualität der BNE-Aktivitäten in allen Bildungsbereichen zu ermitteln und so ein systematisches und differenziertes Bild der BNE-Implementierung zeichnen zu können, nehmen die Untersuchungen den Ist-Zustand von BNE sowie den Entwicklungstrend innerhalb der letzten Jahre in den Blick. Die Konzipierungen und Untersuchungen orientieren sich am Monitoringprozess der UNESCO auf internationaler Ebene.     

Eine übergreifende theoretische Perspektive innerhalb des Monitorings geht davon aus, dass es zentrale Hebel (leverage points) innerhalb des Bildungssystems gibt, die das Potential haben, eine breite Verankerung von hochwertiger BNE in allen Bildungsbereichen besonders effektiv voranzutreiben. Diese leverage points werden aufgrund ihrer Bedeutung für ein Mainstreaming von guter BNE identifiziert, insbesondere an diesen entscheidenden Stellen des Bildungssystems soll der Stand und der Trend der BNE-Implementierung erfasst werden.

Das Monitoring gliedert sich in vier Phasen:

1. Zu Beginn wurde eine erste Dokumentenanalyse (Desk Research) durchgeführt. Hierbei wurden zentrale BNE-relevante Dokumente – wie beispielsweise Bildungspläne, Studienordnungen und Ausbildungsverordnungen – analysiert.

2. In einer zweiten Phase können anhand von Expertenbefragungen zentrale leverage points für BNE im deutschen Bildungssystem identifiziert werden, welche daraufhin besondere Untersuchungsschwerpunkte darstellen.

3. In einer dritten Phase schließen sich quantitative wie auch qualitative Erhebungen an: Zum einen wird anhand von repräsentativen Stichproben das Ausmaß und Qualitätsaspekte von BNE in allen Bildungsbereichen ermittelt. Ergänzend wird eine qualitative Studie Aufschluss zu der Qualität von praktizierter BNE und förderliche wie auch hemmende Faktoren einer BNE-Implementierung geben.

4. In einer abschließenden vierten Phase wird eine zweite Desk Research durchgeführt, um die Entwicklung der Implementation von BNE in den Bildungsbereichen zwischen den Erhebungszeitpunkten (circa zwei Jahre) sichtbar zu machen. In dieser Phase werden zudem die Forschungsergebnisse in ihrer Gesamtheit synthetisiert und Empfehlungen für die weitere BNE-Verankerung in Deutschland gegeben.

Die Ergebnisse und Fortschritte des Monitorings werden regelmäßig dokumentiert und in Form von Sachstandsberichten für die Nationale Plattform aufbereitet. Zudem werden Vorschläge für die Strategie- und Qualitätsentwicklung mit Blick auf den Nationalen Aktionsplan und darüber hinaus entwickelt.

Beim Agendakongress 2017 wurden im Rahmen eines Workshops erste Ergebnisse aus den Expertenbefragungen präsentiert:

Förderung außerschulischer BNE

Studie von Michael Flohr und Mandy Singer-Brodowski für die Jahre 2011 bis 2016 in allen Bundesländern

Meilensteinplanung

Diese Grafik informiert über die wichtigsten Meilensteine des Weltaktionsprogramms BNE, die zwischen 2015-2019 umgesetzt werden.

Dokumentenanalyse

Das Bildungsmonitoring von BNE in Deutschland wird vom Team des wissenschaftlichen Beraters des UNESCO-Weltaktionsprogramms durchgeführt und umfasst vier Phasen. Die erste Forschungsphase (Desk Research) orientiert sich an klassischen Verfahren des Bildungsmonitorings und baut auf internationalen Indikatoren zur Implementierung von BNE auf, die speziell für das deutsche Bildungssystem angepasst wurden, da ein systematischer und bildungsbereichsspezifischer Blick auf den Grad der Verankerung von BNE bislang fehlt.

Mittels einer lexikalischen Analyse wurden zentrale Dokumente für die Bildungsbereiche Frühkindliche Bildung, Schule, Hochschule, Berufliche Bildung und Kommune untersucht. Zu den vielfältigen relevanten Dokumentengruppen zählten etwa Bildungspläne, Bildungsstandards, Studienordnungen oder Ausbildungsverordnungen. Um Aussagen zu Entwicklungstrends der Implementierung von BNE treffen zu können, wurden – wo vorhanden – Vorgängerversionen der aktuellsten Dokumente in die Analyse einbezogen.

Die Ergebnisse der ersten Phase sind nun in der Publikation „Wegmarken zur Transformation - Nationales Monitoring von Bildung für nachhaltige Entwicklung in Deutschland“ veröffentlicht. Diese bietet, neben einer ausführlichen Beschreibung des methodischen Vorgehens, eine Baseline zur Erfassung der Implementierung von BNE in zentralen Dokumenten von unterschiedlichen Bereichen des deutschen Bildungssystems: in der Frühkindlichen Bildung, im Bildungsbereich Schule, in der dualen beruflichen Ausbildung, im Bildungsbereich Hochschule, im Bildungsbereich Kommunen sowie in den Nachhaltigkeitsstrate­gien der Bundesländer. Die Ergebnisse machen grundsätzlich deutlich, dass sich die Verankerung von BNE auf Dokumentenebene in den einzelnen Bildungsbereichen sehr heterogen darstellt und je nach Bundesland unterschiedlich ausgeprägt ist. Dies betrifft sowohl die Tiefe und den Umfang der Thematisierung von BNE als auch die Dokumententypen sowie die zeitliche Ebene. Je jünger die analysierten Dokumente, desto eher findet BNE Berücksichtigung.

Eine Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse findet sich in Executive Summaries. Diese geben Orientierung und sind zugleich wissenschaftliche Begleitung der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans der Nationalen Plattform BNE.

Die Verbreitung sowie die Identifizierung von förderlichen und hemmenden Faktoren bezüglich der bildungsbereichsspezifischen Verankerung von BNE innerhalb des deutschen Bildungssystems waren Gegenstand einer qualitativen Analyse (2. Phase). Darauf aufbauend lassen sich auch Aussagen über Hebelpunkte (leverage points) zur weiteren Implementierung von BNE treffen. Die Ergebnisse werden zusammengefasst in Kürze hier erscheinen. Des Weiteren wird zur Zeit im Rahmen des Monitorings eine quantitative Studie zu BNE in Lehr-Lernsettings (3. Phase) vorbereitet und im Frühjahr 2018 durchgeführt, in der das Ausmaß der BNE-Implementierung in Schulen und weiteren Bildungssettings identifiziert sowie (B)NE-bezogenes Wissen, Einstellungen und Verhalten erfasst werden sollen.

Executive Summaries der Dokumentenanalyse

Diskussionspapier: „Was ist gute BNE?“

Monitoring-Team des Weltaktionsprogramms befragte BNE-Akteure auf dem Agendakongress 2016

Am 12. und 13. Juli 2016 fand der nationale Agendakongress zum UNESCO-Weltaktionsprogramm „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (WAP BNE) in Berlin statt. Das Team des WAP-Monitoring hat hier eine Kurzerhebung zu der Frage „Was ist gute BNE?“ durchgeführt und nun die Ergebnisse in einem Artikel veröffentlicht.

Der Kongress ist eine zentrale Auszeichnungs- und Vernetzungsveranstaltung der BNE-Community in Deutschland. Daher wurde er als Erhebungsort ausgewählt. Mit der explorativen Studie war der Anspruch verbunden, Einblicke in die heterogene Gruppe von BNE-Akteuren und in ersten Ansätzen ein differenzierteres Bild dieser Gruppe und ihrer Perspektiven auf BNE zu bekommen. Ein zentrales Interesse galt den Perspektiven der BNE-Akteure darauf, was „gute BNE“ auszeichnet. Insgesamt nahmen 190 Personen von 617 angemeldeten Kongressteilnehmern an der Kurzerhebung teil. In dem Diskussionspapier werden die ersten Ergebnisse der Kurzerhebung präsentiert und vor allem auf die Frage nach der Bedeutung einer „guten BNE“ fokussiert.

Die Ergebnisse zeigen, dass gute BNE für die Akteure ein Zusammenspiel aus Zielen, Inhalten, Methoden und Medien sowie Organisationsformen pädagogischer Settings ist. Ziel guter BNE ist der Erwerb von Gestaltungskompetenz unter Betonung jener Teilkompetenzen, die den Handlungskompetenzen und den Bewertungs- und Beurteilungskompetenzen zuzuordnen sind. Die Inhalte einer guten BNE basieren auf dem gesamten Nachhaltigkeitsdiskurs, sowie zunehmend auch der allgemeinen Transformationsdebatte. Sie werden durch spezifische Kriterien, wie Interdisziplinarität, Zukunftsorientiertheit und Werteorientierung gerahmt. Hinsichtlich der Methoden bzw. Medien guter BNE lässt sich eine deutliche Orientierung am Konzept des Situierten Lernens identifizieren. Im Mittelpunkt stehen partizipative Methoden sowie ein deutlicher Alltags- und Lebensweltbezug. Eine zentrale Organisationsform ist neben anderen der „Whole Institution Approach“. Außerdem wird festgestellt, dass sich die gesamte Bildungslandschaft strukturell ändern müsse.

Das Diskussionspapier wird als Aufschlag für eine notwendige Qualitätsdiskussion in der BNE gesehen. Die Autorinnen und der Autor freuen sich daher sehr über Feedback.

Erfolgsrezepte zur BNE-Umsetzung

Im Rahmen des Weltaktionsprogramms werden Lernorte, Netzwerke und Kommunen, die BNE besonders erfolgreich umsetzen, ausgezeichnet.

Kontakt

Institut Futur

Freie Universität Berlin

Fabeckstraße 37

14195 Berlin

Webseite der Arbeitsstelle WAP beim Wissenschaftlichen Berater

 

Antje Brock

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

UNESCO-Weltaktionsprogramm "Bildung für nachhaltige Entwicklung"

Telefon: +49 30 838 51883

Fax: +49 30 838 451883

E-Mail: brock(at)institutfutur.de

 

Theresa Grapentin

Wissenschaftliche Mitarbeiterin – Projektkoordination

UNESCO-Weltaktionsprogramm "Bildung für nachhaltige Entwicklung"

Telefon: +49 30 838 59836

Fax: +49 30 838 53023

E-Mail: grapentin(at)institutfutur.de

 

Dr. Mandy Singer-Brodowski

Wissenschaftliche Mitarbeiterin – Projektkoordination

UNESCO-Weltaktionsprogramm "Bildung für nachhaltige Entwicklung"

Telefon: +49 30 838 61337

E-Mail: s-brodowski(at)institutfutur.de

 

Nadine Etzkorn

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

UNESCO-Weltaktionsprogramm "Bildung für nachhaltige Entwicklung"

Telefon: +49 30 838 63086

Fax: +49 30 838 451338

E-Mail: etzkorn(at)institutfutur.de

 

Heidi Consentius

Ansprechpartnerin für die Auszeichnungspraxis

Sekretariat Institut Futur / Projektmanagement Weltaktionsprogramm

Telefon: +49 30 838 56847

Fax: +49 30 838 55890

E-Mail: consentius(at)institutfutur.de

 

Julius Grund

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

UNESCO-Weltaktionsprogramm "Bildung für nachhaltige Entwicklung"

Telefon+49 30 838 64331

Fax: Fax: +49 30 838 64331

E-Mail: grund(at)institutfutur.de