Die UN-Dekade BNE

Nachhaltige Entwicklung soll als Leitbild in allen Bildungsbereichen verankert werden, damit wir globale Probleme wie Klimawandel, Armut oder Raubbau an der Natur lösen können – dieses Ziel verfolgte die UN-Dekade Bildung für Nachhaltige Entwicklung von 2005 bis 2014. Zehn Jahre lang engagierten sich Menschen in Deutschland und weltweit, um zu erkunden, wie sich dieses ambitionierte Vorhaben in die Tat umsetzen lässt. So entstanden Netzwerke und Wissen, worauf neue und alte BNE-Akteure auch in den kommenden Jahren im Rahmen des Weltaktionsprogramms Bildung für Nachhaltige Entwicklung aufbauen können. 

Aus Guter Praxis entstehen Netzwerke: fast 2000 ausgezeichnete Projekte

Knapp 2000 Projekte, 49 Maßnahmen und 21 Kommunen wurden von der Deutschen UNESCO-Kommission für ihre Gute Praxis ausgezeichnet und in einer Online-Datenbank eingetragen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche UNESCO-Kommission gehen nun im Rahmen des Weltaktionsprogramms den nächsten Schritt: sie zeichnen seit 2016 Lernorte, Netzwerke und Kommunen aus, die Bildung für nachhaltige Entwicklung strukturell verankern.

Die Projekte der UN-Dekade verdeutlichten unter anderem, wie wichtig Jugendliche und Kommunen sind, um BNE in der breiten Gesellschaft zu verankern. Auch das Weltaktionsprogramm identifiziert die „Stärkung und Mobilisierung der Jugend“ sowie die „Förderung nachhaltiger Entwicklung auf lokaler Ebene“ als zwei von fünf prioritären Handlungsfeldern.

BNE-Landschaft:
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8 Prozent der Bevölkerung Deutschlands ...
... leben in den 21 ausgezeichneten Kommunen der UN-Dekade

Experten und Zivilgesellschaft erarbeiteten zukunftsweisende Konzepte

Die UN-Dekade brachte zahlreiche Experten in unterschiedlichen Foren zusammen, um neue Konzepte für eine nachhaltige Bildung zu entwickeln. Zivilgesellschaftliche Akteure steuerten wichtige Impulse bei. Daraus entstanden unter anderem 29 Publikationen, die inhaltliche und methodische Ratschläge für verschiedene Bildungsbereiche oder Themen bereithalten. Für viele Felder stehen damit erstmals systematische Leitfäden bereit, welche die Herausforderungen und Chancen von BNE zielgruppenspezifisch beleuchten. Einige wurden auch ins Englische übersetzt, so befördern sie die Verankerung von BNE international.

Als Rahmen diente ein Nationaler Aktionsplan, den das Nationalkomitee  zu Beginn der UN-Dekade erarbeitete. Diesem gehörten Expertinnen und Experten aus Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur, Vertreterinnen und Vertreter des Deutschen Bundestages, der Bundesregierung und der Kultusministerkonferenz an. Akteure aus ganz Deutschland trugen zehn Jahre dazu bei, diesen Aktionsplan weiterzuentwickeln und mit Leben zu füllen. Dazu gehörten unter anderem elf Arbeitsgruppen die konkrete Vorschläge machten, wie nachhaltige Entwicklung in ihrem jeweiligen Bildungsbereich verankert werden kann. Sie führen ihre Arbeit im Rahmen des Weltaktionsprogramms heute als Partnernetzwerke fort, die die Akteure untereinander vernetzen und Impulsgeber für die Umsetzung vor Ort sind. Darüber hinaus trugen die Bundesländer maßgeblich zum Erfolg der UN-Dekade bei, indem sie eigene Landesaktionspläne entwarfen.

 

 

Abschlussbericht UN-Dekade:
Der Abschlussbericht „UN-Dekade mit Wirkung – 10 Jahre BNE in Deutschland“ bündelt die Aktivitäten und Erfahrungen aller Akteure in übersichtlicher Form.

Fazit: Noch viel zu tun, trotz großer Erfolge der UN-Dekade

Positionspapier „Zukunftsstrategie BNE 2015+“ des Deutschen Nationalkomitees für die UN-Dekade

Dank der UN-Dekade ist das Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung aus der deutschen Bildungslandschaft nicht mehr wegzudenken. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ist heute federführendes Ressort für die Umsetzung des Weltaktionsprogramms, was den Bedeutungszuwachs von Bildung für nachhaltige Entwicklung während der letzten zehn Jahre verdeutlicht.

Die Dekade hat darüber hinaus viele Initiativen angestoßen, von denen es einiges zu lernen gibt. Dazu gehört die Erkenntnis, dass es zentral ist, nachhaltige Inhalte in die Lehrpläne der unterschiedlichen Bildungsbereiche zu integrieren. Um eine „Kultur der Nachhaltigkeit“ zu etablieren, müssen sich darüber hinaus auch die Methoden des Lehrens und Lernens ändern. Dies spiegelt sich in den Schwerpunkten des Weltaktionsprogramms wieder, das beispielsweise die „ganzheitliche Transformation von Lern- und Lehrumgebungen“ anstrebt und verstärkt auf die „Kompetenzentwicklung bei Lehrenden und Multiplikatoren“ setzt.

Die UN-Dekade hat große Erfolge hervorgebracht, aber es ist noch viel zu tun. Das Weltaktionsprogramm knüpft an die Erträge der UN-Dekade an und zielt in den kommenden Jahren insbesondere darauf ab, vom Projekt in die Struktur zu kommen, also BNE strukturell zu verankern.

Vorsitzender des Nationalkomitees der UN-Dekade
Prof. Dr. Gerhard de Haan
„Wir haben zwar in allen Bildungsbereichen die Grundlagen geschaffen, auf denen weiter aufgebaut werden kann, um nachhaltige Entwicklung zu einem selbstverständlichen Bestandteil einer zukunftsfähigen Bildung zu machen, die entscheidenden Schritte zur Implementierung in die Strukturen und den Alltag des Bildungssystems hinein liegen aber noch vor uns.“
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