Auszeichnungen

Die Deutsche UNESCO-Kommission hat 2016 gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung Auszeichnungen für eine besonders gelungene Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung initiiert. Ausgezeichnet werden sowohl Lernorte als auch Netzwerke und Kommunen, die Bildung für nachhaltige Entwicklung in hoher Qualität implementieren und langfristig verankern werden.

Hintergrund der Auszeichnungen

Die Auszeichnungen werden im Rahmen der nationalen Umsetzung des UNESCO-Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung vergeben und sind ein Beitrag zur Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Ausgezeichnete Bildungsinitiativen werden daher offiziell als Teil des Weltaktionsprogramms deklariert und auf dieser Webseite ausführlich dargestellt.

Im Vorfeld der Bewerbung sowie im Anschluss an die Vergabe der Auszeichnungen stehen die Deutsche UNESCO-Kommission und die Freie Universität Berlin in beratender Funktion zur Verfügung, um die Gewinnerprojekte bei der Weiterentwicklung und Verstetigung von Bildung für nachhaltige Entwicklung zu unterstützen.

Portraits Ausgezeichnete 2016, FAQ
Auf einen Blick: Vorstellung der Ausgezeichneten der 1. Runde 2016, häufig gestellte Fragen (FAQ).
Zweite Auszeichnungsrunde
Die nächsten Auszeichnungen werden im Rahmen des BNE Agendakongress am 27. und 28. November vergeben. Der Bewerbungsstart im März 2017 wird in Kürze auf dem BNE-Portal bekannt gegeben.
Ausgezeichnete Akteure
65 ausgezeichnete Kommunen, Lernorte und Netzwerke sowie 12 "Change Agents" wurden auf dem Agendakongress 2016 für ihr Engagement geehrt:

Sie haben Fragen zu den Auszeichnungen und möchten Sich beraten lassen?

Heidi Consentius
Freie Universität Berlin, Institut Futur

Telefon: +49 30 83855890
E-Mail: consentius(at)institutfutur.de
Montags, mittwochs, donnerstags von 13.30 – 16.30 Uhr und freitags von 9.00 – 15.00 Uhr. Beratungstermine können auch per E-Mail vereinbart werden.

Julia Viehöfer
Deutsche UNESCO-Kommission, Geschäftsstelle Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Telefon: +49 228 688444-10
E-Mail: viehoefer(at)unesco.de

Wer kann sich bewerben?

Auszeichnungen werden verliehen in folgenden drei Kategorien:

1.    Lernorte:

Wir suchen Schulen, Kindertagesstätten, Vereine,  Unternehmen, Betriebe, (Volks-) Hochschulen sowie andere privatrechtliche oder öffentlich-rechtliche Organisationen in Deutschland, die ihre Lern- und Lehrumgebungen in einem ganzheitlichen BNE Ansatz transformieren. Prinzipien der Nachhaltigkeit werden dabei umfassend in Inhalte und Methoden der Bildung sowie in die Bewirtschaftung des Lernorts integriert.

2.    Netzwerke:

Wir suchen kleine und große Netzwerke, Lernregionen, oder Bildungslandschaften, die sich zur Förderung von BNE in einer Kooperation erfolgreich zusammengeschlossen haben. Die Netzwerke regen den gegenseitigen Austausch und die Entwicklung gemeinsamer Strategien und Maßnahmen zu BNE an. Im Netzwerk setzen die Mitglieder einzeln und gemeinsam konkrete Lehr-/Lernmaßnahmen zu BNE um.

3.    Kommunen:

Wir suchen Kommunen, kreisfreie Städte und Kreise, die eine Ausweitung von BNE in allen relevanten kommunalen Einrichtungen oder gar darüber hinaus in einem strukturellen und ganzheitlichen Ansatz fördern. Wir erwarten dabei, dass BNE in Einrichtungen der Kommune in guter Qualität verankert ist, dass die Kommune Vernetzungen unterstützt  und einschlägige Weiterbildungen anbietet.

Pro Kategorie gibt es drei Auszeichnungsgruppen mit steigendem Anspruch. Zeigen Sie uns, was Ihre erfolgreiche Bildung für nachhaltige Entwicklung ausmacht und wie es gelingt, sie zu verstetigen. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung.

Wie werden die Auszeichnungen vergeben?

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung, wenn Sie folgende Punkte mit Ja beantworten:

 

Sie verfolgen an Ihrem Lernort, Netzwerk oder Kommune einen gemeinsamen „BNE Ansatz“, also ein gemeinsam beschlossenes Verständnis von BNE, das:

1.    alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit (Ökonomie, Ökologie und Soziales) einbezieht.

2.    auf die Entwicklung von Kompetenzen der BNE abzielt, die für die Gestaltung einer lebenswerten Gegenwart und Zukunft erforderlich sind.

3.    eine wertschätzende Lernkultur beinhaltet.

4.    als Leitbild zur (Neu-) Orientierung der gesamten Bildungsarbeit genutzt wird, von Lehrinhalten und Methoden. Innovationswille und Kreativität sind dabei willkommen.

5.    zu mindestens einem konkreten Ergebnis bzw. Produkt führt. Die erwarteten positiven Effekte für eine nachhaltige Entwicklung (z.B. Bewusstseinsbildung, Ressourceneinsparung) werden  plausibel beschrieben („Gute Praxis vor Ort“).

6.    partizipativ ist.

7.    sich an den Bedürfnissen der jeweiligen Lernenden orientiert.

8.    in Beziehung steht zu den Zielen des Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung und der Agenda 2030.

9.    in einem begleitenden Internetauftritt dokumentiert wird.

Der Gebrauch von Termini wie „Umweltbildung", „Globales Lernen", „Naturerlebnispädagogik", „Entwicklungspolitische Bildung", „kulturelle Bildung“, „Gesundheitsbildung", oder „Konsumentenbildung"  allein ist noch nicht ausreichend.

Leitfragen zur Bewertung nach Kategorie

Die Jury orientiert sich bei der Bewertung Ihrer Bewerbung an folgenden Leitfragen.

Lernorte

1.    Steuerung: Welche Beschlüsse der Leitung Ihres Lernorts gibt es zu Ihren BNE Aktivitäten und Ihrem BNE Ansatz? Gibt es einen konkreten Umsetzungs- und Finanzplan zu BNE sowie Verantwortliche? Sind alle einschlägigen Akteure an Beschluss, Entwicklung und Umsetzung des Plans beteiligt?

2.    Qualitätsentwicklung: Wie wird die Umsetzung der gesetzten Ziele begleitet?

3.    Lernangebot: Wie differenziert ist der BNE Ansatz Ihres Lernorts, entsprechend der oben genannten Kriterien? Welche dauerhaft angelegten Lernangebote Ihres Lernorts vermitteln nachhaltige Entwicklung?

4.    Lehrangebot: Wie gehen Sie vor bei der Kompetenzentwicklung für Lehrende, Verwaltung und Führungspersonal? Welche Fort- und Weiterbildungen werden angeboten, wie werden sie evaluiert und weiterentwickelt?

5.    Bewirtschaftung: Wie bezieht Ihr Lernort hinsichtlich Bewirtschaftung (u.a. in den Bereichen Verpflegung, Beschaffung, Ressourcenmanagement, Gestaltung des Lernumfelds) Aspekte einer ökologischen, ökonomischen und/oder sozialen Nachhaltigkeit ein? Wie werden die Anstrengungen Ihres Lernorts im Bereich nachhaltiges Management in Ihr Lehr- und Lernangebot integriert?

6.    Vernetzung und Kommunikation: Hat Ihr Lernort eine gut auffindbare Internetseite mit  verständlichen Informationen über Ihren BNE Ansatz und Ihren strategischen Überlegungen zu BNE? Wie wird (auch intern) über BNE kommuniziert? Wie arbeitet Ihr Lernort mit anderen Akteuren (vor Ort) zusammen? Beraten Sie andere Institutionen im Hinblick auf einen möglichen Transfer Ihrer BNE Arbeit?

7.    Jugend: Wie sind Jugendliche in Entscheidungen Ihres Lernorts eingebunden? Nehmen Jugendliche eine Gestaltungsrolle wahr?

8.    Innovation/Wandel: Wie nutzt Ihr Lernort BNE und nachhaltige Entwicklung als Motor, um Wandel am Lernort voranzutreiben? Kooperieren Sie mit Partnern in ihrem Umfeld, um tagesaktuelle Themen wie z.B. interkulturellen Dialog zu thematisieren?   

Netzwerke

1.    Steuerung: Welche Vision und gemeinsamen Ziele hat Ihr Netzwerk zu BNE entwickelt? Inwiefern wird die Arbeit Ihres Netzwerks von der jeweiligen Leitungsebene der Mitglieder unterstützt? Gibt es einen Arbeits- und Finanzplan sowie Verantwortliche und Ansprechpartner? Wie sind die einschlägigen Netzwerkpartner an Entwicklung, Umsetzung und Monitoring des Arbeitsplans beteiligt?

2.    Qualitätsentwicklung: Wie wird die Umsetzung der gemeinsamen Ziele sowie der je eigenen Ziele bezüglich BNE begleitet? Inwiefern wirkt sich die Arbeit des Netzwerks positiv auf die Qualität und Quantität der BNE Aktivitäten der Mitglieder aus? Welche Netzwerkwirkungen gibt es, z.B. Synergieeffekte oder wechselseitige Schulungen?

3.    Vernetzung und Kommunikation: Informiert Ihr Netzwerk auf Webseiten über seine Arbeit und BNE? Sind die zentralen Netzwerkmitglieder in die Kommunikation eingebunden? Tauschen Sie sich mit anderen nationalen/internationalen Netzwerken oder Akteuren zu BNE aus?

4.    Jugend: Wie sind Jugendliche eingebunden in die Arbeit des Netzwerks, insbesondere in die Entwicklung, Umsetzung und Begleitung des Arbeitsplans? Können Jugendliche im Netzwerk eigenverantwortlich Projekte umsetzen? Nehmen Jugendliche eine Gestaltungsrolle wahr?

5.    Ergebnisse/Beratung: Bietet Ihr Netzwerk Beratung an (intern und extern)? Bietet bzw. erarbeitet Ihr Netzwerk BNE Produkte und Dienstleistungen?

Kommunen

1.    Steuerung: Auf welche Art sind die entscheidenden kommunalen Gremien und/oder der Bürgermeister/Landrat mit dem Thema BNE befasst? Gibt es einen Beschluss und/oder eine persönliche Erklärung des Bürgermeisters zu BNE? Gibt es eine Vision und einen Plan zur Umsetzung von BNE? Wie bezieht Ihre Kommune Bürgerinnen und Bürger in die Erarbeitung  und Umsetzung des Plans ein? Gibt es klar definierte Zuständigkeiten und Ansprechpartner? Welche Ressourcen zur Umsetzung werden bereitgestellt?

2.    Qualitätsentwicklung: Wie wird die Umsetzung der Ziele begleitet und Qualitätsentwicklung gefördert? Wie wird darüber berichtet? Welche Ressourcen/Zeitkontingente werden zur Verfügung gestellt? Werden Qualitätsentwicklungsmaßnahmen finanziell/personell/strukturell gefördert?

3.    Nachhaltigkeitsaktivitäten/Bewirtschaftung: Wie verschränkt Ihre Kommune Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeit und im Bereich BNE? Thematisieren BNE Angebote lokale Nachhaltigkeitsdefizite? Liegen Leitlinien für eine an Nachhaltigkeit orientierte kommunale Bewirtschaftung vor oder werden erarbeitet? Wie wird BNE mit lokalen Strategien für eine nachhaltige kommunale Entwicklung verschränkt?

4.    Jugend: Wie sind Jugendliche in die Entwicklung, Umsetzung und Qualitätsentwicklung kommunaler BNE eingebunden? Werden Beschlüsse und Vorhaben in jugendgerechter Weise und entsprechenden Medien dargestellt? Erhalten Jugendliche Mitwirkungs- und Gestaltungsangebote? Nehmen sie de facto eine Gestaltungsrolle wahr? Werden Fördermittel für BNE Jugendprojekte bereitgestellt?

5.    Innovation/Wandel: Werden BNE und nachhaltige Entwicklung von Ihrer Kommune als Motor für Transformation verstanden und unterstützt? Wie werden tagesaktuelle Themen mit Bezug zu nachhaltiger Entwicklung, die für die Kommune relevant sind, in der BNE Arbeit aufgegriffen?

6.    Vernetzung und Kommunikation: Sind Ihre BNE Aktivitäten leicht auffindbar auf Ihrer Webseite dargestellt? Betreibt Ihre Kommune gezielte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu BNE? Wie tauschen Sie sich zu BNE auf Kommunal- und Bundesebene sowie ggf. auf internationaler Ebene aus? Hat Ihre Kommune nationale oder internationale BNE-bezogene Partnerschaften?

7.    Beratung/Weiterbildung: Erfasst die Kommune Beratungs- und Weiterbildungsbedarf und stellt auf dieser Grundlage Angebote bereit? Wie werden die Beratungs- und Weiterbildungsangebote evaluiert?

Jury-Mitglieder

Die 9-köpfige Jury besteht aus Mitgliedern der Nationalen Plattform und Vertretenden des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie der Deutschen UNESCO-Kommission:

Prof. Dr. Gerhard de Haan
Wissenschaftlicher Berater, Leiter des Instituts FUTUR an der Freien Universität Berlin

Prof. Dr. Hans Diefenbacher
Beauftragter für Umweltfragen des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)

Dr. Claudia Funke-Mandelli
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Johannes Geibel
Vorstandsvorsitzender des netzwerk n e.V.

Erich Harsch
Vorsitzender der Geschäftsführung der dm-drogerie markt GmbH & Co. KG

Minister a.D. Walter Hirche
Berater für internationale Fragen, Vorsitzender des Fachausschusses Bildung der Deutschen UNESCO Kommission (DUK)

Katherina Reiche
Hauptgeschäftsführerin des Verbandes kommunaler Unternehmen e. V. (VKU)

Bettina Schwertfeger
Bundesministerium für Bildung und Forschung

Gudrun Wolters-Vogeler
Vorsitzende des allgemeinen Schulleitungsverbandes Deutschlands e. V. (ASD)

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