Auszeichnungen

Die Deutsche UNESCO-Kommission hat 2016 gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung Auszeichnungen für eine besonders gelungene Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung initiiert. Ausgezeichnet werden Lernorte, Netzwerke und Kommunen, die Bildung für nachhaltige Entwicklung in hoher Qualität implementieren und langfristig verankern werden.

Zweite Auszeichnungsrunde

Die Bewerbungsfrist endete am 31. Mai 2017. Die Auszeichnungen werden im Rahmen des Agendakongresses am 27. und 28. November 2017 in Berlin vergeben. Bewerbungsstart für die dritte Auszeichnungsrunde ist der 4. Dezember 2017.


Hintergrund der Auszeichnungen

Die Auszeichnungen werden im Rahmen der nationalen Umsetzung des UNESCO-Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung vergeben und sind ein Beitrag zur Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Ausgezeichnete Bildungsinitiativen werden auf dieser Webseite dargestellt.

Im Vorfeld der Bewerbung sowie im Anschluss an die Vergabe der Auszeichnungen stehen die Deutsche UNESCO-Kommission und die Freie Universität Berlin in beratender Funktion zur Verfügung, um die ausgezeichneten Initiativen bei der Weiterentwicklung und Verstetigung von Bildung für nachhaltige Entwicklung zu unterstützen.

Broschüre

Strukturen stärken - Ausgezeichnete Kommunen, Lernorte und Netzwerke des UNESCO-Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung im Porträt


Ausgezeichnete Akteure

65 ausgezeichnete Kommunen, Lernorte und Netzwerke sowie 12 "Change Agents" wurden auf dem Agendakongress 2016 für ihr Engagement geehrt:


Portraits Ausgezeichnete 2016, FAQ

Auf einen Blick: Vorstellung der Ausgezeichneten der 1. Runde 2016, häufig gestellte Fragen (FAQ).


Sie haben Fragen zu den Auszeichnungen und möchten Sich beraten lassen?

Heidi Consentius
Freie Universität Berlin, Institut Futur

Telefon: +49 30 83855890
E-Mail: consentius(at)institutfutur.de
Montags, mittwochs, donnerstags von 13.30 – 16.30 Uhr und freitags von 9.00 – 15.00 Uhr. Beratungstermine können auch per E-Mail vereinbart werden.

Julia Viehöfer
Deutsche UNESCO-Kommission, Geschäftsstelle Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Telefon: +49 228 688444-10
E-Mail: viehoefer(at)unesco.de

Wer kann sich bewerben?

Auszeichnungen werden verliehen in folgenden drei Kategorien:

1.    Lernorte:

Wir suchen Kindertagesstätten, Schulen, Hochschulen, Vereine, Unternehmen, Betriebe, Einrichtungen der Erwachsenen- sowie Weiterbildung und andere privatrechtliche oder öffentlich-rechtliche Organisationen in Deutschland, die Prinzipien der Nachhaltigkeit gemäß des Whole-Institution-Approach aufgegriffen haben. Das heißt, nicht nur die Lernprozesse und Methoden sind auf BNE ausgerichtet, sondern der Lernort orientiert auch seine Bewirtschaftung an Prinzipien der Nachhaltigkeit. Zudem werden ebenfalls die Bereiche BNE-Qualifizierungsmaßnahmen für das Personal, Teilhabestrukturen und die Kooperation mit der kommunalen Verwaltung und weiteren Partnern berücksichtigt.

Für weitere Erläuterungen zu Whole-Institution-Approaches (ganzheitlicher BNE-Ansatz) siehe
UNESCO (2014): Shaping the Future We Want: UN Decade of Education for Sustainable Development, Final Report, Seite 7 sowie
KMK (2015): Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Beispiele finden Sie hier

2.    Netzwerke:

Wir suchen Netzwerke, Lernregionen oder Bildungslandschaften, die sich in einer zumindest teil-formalisierten Kooperation erfolgreich zusammengeschlossen haben.

Ein Netzwerk umfasst typischerweise mindestens fünf voneinander unabhängige Partner (gemeinnützige private Organisationen, Unternehmen sowie auch staatliche/öffentlich-rechtliche Organisationen vorrangig in Deutschland, internationale Partner erwünscht). Bei guter Begründung ist die Berücksichtigung eines Netzwerks mit einer geringeren Mitgliederzahl möglich. Netzwerke zwischen Personen können ausgezeichnet werden, wenn diese in verschiedene Institutionen und Bereiche hineinwirken und einen Entschluss zur Institutionalisierung fassen.

Das Netzwerk regt den gegenseitigen Austausch und die Entwicklung gemeinsamer Strategien und Maßnahmen zu BNE an. Im Netzwerk setzen die Mitglieder einzeln und gemeinsam konkrete Lehr-/Lernmaßnahmen zu BNE um.

3.    Kommunen:

Wir suchen Kommunen, kreisfreie Städte und Kreise, die eine Ausweitung von Bildung für nachhaltige Entwicklung in allen relevanten kommunalen Einrichtungen und eventuell sogar darüber hinaus in einem strukturellen und ganzheitlichen Ansatz fördern.

Die Kommune unterstützt darüber hinaus Vernetzungen und bietet einschlägige Weiterbildungen für die Verwaltung, Lehrkräfte und Führungspersonal an.

Auszeichnungsstufen

Pro Kategorie gibt es drei Auszeichnungsstufen mit steigendem Anspruch. Zeigen Sie uns, was Ihre erfolgreiche Bildung für nachhaltige Entwicklung ausmacht und wie es gelingt, sie zu verstetigen.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung.

Wie werden die Auszeichnungen vergeben?

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung, wenn Sie folgende Punkte mit Ja beantworten:

- Ist BNE Leitbild der gesamten Bildungsarbeit Ihres Lernortes/Ihrer Kommune/Ihres Netzwerkes?

- Bezieht der Bildungsansatz Ihres Lernortes/Ihrer Kommune/Ihres Netzwerkes alle drei Dimensionen (Ökologie, Soziales und Ökonomie) der Nachhaltigkeit ein?

- Ist Ihr Bildungsansatz kompetenzorientiert?

- Achtet der Bildungsansatz Ihres Lernortes/Ihrer Kommune/Ihres Netzwerkes das Überwältigungsverbot (keine Indoktrination) im Sinne des Beutelsbacher Konsens und werden kontroverse Positionen im Lehr- und Lernprozess berücksichtigt? Werden die Lernenden befähigt, ihre eigenen Interessen zu reflektieren?

- Stellt der Internetauftritt Ihres Lernortes/Ihrer Kommune/Ihres Netzwerkes Ihren BNE Ansatz prominent dar? 

Bewertungskriterien nach Kategorie

Die Jury orientiert sich bei der Bewertung Ihrer Bewerbung an folgenden Themenfeldern.

Lernorte

1.    Steuerung (Selbstverpflichtung, Zuständigkeit, Kontinuität, Partizipation):
Wer dem Whole-Institution-Approach folgt, benötigt eine klare Steuerung in Form eines Beschlusses zentraler Gremien, einen Entwicklungsplan und die Einbeziehung der Leitungsebene in die Aktivitäten der Einrichtung. Alle einschlägigen Akteure sollten in Steuerung, Umsetzung und Berichtswesen involviert sein.

2.    Qualitätsentwicklung:
Die Umsetzung der Ziele der ganzheitlichen Transformation bzw. Verankerung erfordert Monitoring- und Selbstprüfungsinstrumente. Hier geht es um eben diese Instrumente, um die Ressourcen und Zeitkontingente für die Qualitätsentwicklung.

3.   Jugend:
Herausragende Lernorte beteiligen Jugendliche an ihrer Entwicklung. Sie bieten ihnen Mitwirkungs- und Gestaltungsangebote bis hin zu einer verantwortlichen Funktion, bei der sie sich auch selbst organisieren.

4.    Lehr- und Lernangebot:
Ausgezeichnete Lernorte haben einen ganzheitlichen Bildungsansatz. Je nachdem wie ambitioniert dies formuliert ist, wie hoch der Anteil der entsprechenden dauerhaften Lehr- und Lernangebote ist, wie viele Lernende erreicht werden, und ob die Angebote evaluiert werden, desto mehr entspricht dies dem „Bild“ von einem ausgezeichneten Lernort.

5.  Schulungen bzw. Weiterbildungen:
Ausgezeichnete Lernorte haben einen Plan zur strukturierten BNE-Kompetenzentwicklung für Lehrende, Verwaltung und Führungspersonal. Mindestens braucht es Eckpunkte eines solchen Plans und die Entwicklung bzw. Durchführung erster Schulungen und Weiterbildungen. Positiver ist, wenn der Plan ausformuliert ist, Schulungen und Weiterbildungen regelmäßig durchgeführt werden oder gar evaluiert und weiterentwickelt wurden.

6.    Bewirtschaftung:
Die Bewirtschaftung des Lernortes (d.h. Verpflegung, Beschaffung, Ressourcenmanagement, Gestaltung des Lernumfelds) sollte sich an Nachhaltigkeitsgrundsätzen orientieren. Im Idealfall wird dieses über Indikatoren und Zertifizierungen sogar kenntlich und die Bewirtschaftung wird sogar in dem Lernangebot zum Gegenstand gemacht.

7.   Innovation/Wandel und Vernetzung:
Ausgezeichnete Lernorte verstehen BNE und nachhaltige Entwicklung als Motor, um Innovation und Wandel am Lernort voranzubringen. Sie öffnen sich zu ihrem Umfeld hin und/oder pflegen nationale und/oder internationale Partnerschaften im Bereich BNE bis hin zur Beratung anderer interessierter Institutionen. 

8.    Kommunikation:
Ausgezeichnete Lernorte kommunizieren über Nachhaltige Entwicklung/BNE nachweislich regelmäßig intern. Sie nutzen ihre Arbeit als Profilierungsmerkmal in der Außenkommunikation und stellen ihre Angebote sowie Materialien anderen (z.B. über Websites) zur Verfügung.

 

Kommunen

1.    Steuerung (Selbstverpflichtung, Zuständigkeit, Kontinuität, Partizipation):
Wer die Ausweitung und Verstetigung von BNE auf kommunaler Ebene erfolgreich vorantreiben will, benötigt eine gezielte Steuerung in Form von: Unterstützung des höchsten kommunalen Gremiums von BNE (nach Möglichkeit vorliegender Beschluss und/oder Erklärung des Bürgermeisters/des Landrats), festgelegte Ansprechpartner (Leitungsebene und operativ) und eines Aktionsplans. Bürgerinnen und Bürger sind an Planung und Umsetzung des BNE-Aktionsplans beteiligt. Die Einrichtungen der Kommune bieten Angebote zu qualitativ hochwertiger BNE an.

2.    Qualitätsentwicklung:
Die Umsetzung der Ziele von BNE auf kommunaler Ebene erfordert Monitoring und Selbstprüfungsinstrumente. Hier geht es um eben diese Instrumente, um die Ressourcen und Zeitkontingente für die Qualitätsentwicklung. Positiv bewertet wird, wenn die Verwaltung, Bildungseinrichtungen und NGOs zusammen arbeiten mit dem Ziel eine Bildungslandschaft aufzubauen.

3.    Jugend:
Ausgezeichnete Kommunen binden Jugendliche in die Entwicklung, Umsetzung und Qualitätsentwicklung ein. Sie bieten ihnen Mitwirkungs- und Gestaltungsangebote bis hin zu einer verantwortlichen Funktion, bei der sie sich auch selbst organisieren.

4.    Beratung/Weiterbildung:
Ausgezeichnete Kommunen erfassen Beratungs- und Weiterbildungsbedarf im Bereich BNE und entwickeln entsprechende Angebote.

5.    Nachhaltigkeit der Bewirtschaftung:
Ausgezeichnete Kommunen verschränken ihre Aktivitäten in den Bereichen Nachhaltigkeit und BNE (z.B. BNE ist Teil einer Strategie für nachhaltige kommunale Entwicklung). Positiv ist, wenn kommunale Leitlinien für eine an Nachhaltigkeit orientierte kommunale Bewirtschaftung vorliegen oder erarbeitet werden. Im Idealfall orientiert sich die Kommune auch an Zertifizierungen wie dem europäischen „Eco-Management and Audit Scheme“ (EMAS) oder dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK).

6.    Innovation/Wandel:
Ausgezeichnete Kommunen verstehen BNE und nachhaltige Entwicklung als Motor, um Innovation und Wandel in der Kommune voranzubringen. Sie halten das in dem Beschluss der Kommune und/oder der Erklärung des Bürgermeisters/Landrats fest und öffnen ihre Verwaltung zu ihrem Umfeld hin.

7.    Vernetzung und Kooperationen:
Ausgezeichnete Kommunen tauschen sich strukturell auf Landes- und Bundesebene sowie auf internationaler Ebene zu BNE aus und teilen gute und innovative Praxis, um Nachahmer zu motivieren. Sie unterhalten gefestigte kommunale BNE-bezogene Partnerschaften. Positiv ist auch die aktive Mitarbeit im Partnernetzwerk Kommunen.

8.    Kommunikation:
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu BNE

 

Netzwerke

1.    Steuerung (Selbstverpflichtung, Zuständigkeit, Kontinuität, Partizipation):
Wer als Netzwerk erfolgreich gemeinsame Strategien und Maßnahmen zu BNE entwickeln möchte, benötigt eine gezielte Steuerung in Form von nachvollziehbaren und angemessenen Entscheidungsstrukturen, festgelegten Ansprechpartnern und einem Arbeitsplan. Alle relevanten Netzwerkpartner sind an Entwicklung, Umsetzung und Monitoring der Aktivitäten beteiligt; die Leitungsebenen unterstützen die Netzwerkarbeit. Erwartete positive Effekte, Qualität und Mehrwert des Netzwerks für seine Mitglieder sind formuliert. Das Netzwerk muss auf zumindest mittelfristige Kontinuität angelegt sein.

2.    Qualitätsentwicklung:
Die Umsetzung gemeinsamer Strategien und Maßnahmen zu BNE erfordert Monitoring- und Selbstprüfungsinstrumente. Hier geht es um eben diese Instrumente, um die Ressourcen und Zeitkontingente für die Qualitätsentwicklung.

3.    Jugend:
Herausragende Netzwerke binden Jugendliche in die Entwicklung, Umsetzung und Monitoring des Netzwerks ein. Sie bieten ihnen Mitwirkungs- und Gestaltungsangebote bis hin zu einer verantwortlichen Funktion, bei der sie sich auch selbst organisieren.

4.    Ergebnisse/Beratung:
Hier geht es einerseits darum, welche Produkte und Dienstleistungen zu BNE entwickelt werden, andererseits darum, ob das Netzwerk Beratung zu seinen BNE-Aktivitäten anbietet.

5.    Vernetzung:
Ausgezeichnete Netzwerke wirken nach außen z.B. (lokal-) politisch und tauschen sich mit anderen überregionalen, nationalen und/oder internationalen Netzwerken oder Akteuren zu BNE aus. Im besten Fall ist das Netzwerk ein überregional und bundesweit (sowie ggf. international) sichtbarer Akteur.

6.    Kommunikation:
Erfolgreiche Netzwerkarbeit erfordert regelmäßige Kommunikation untereinander. Ausgezeichnete Netzwerke informieren ebenfalls auf ihren Webseiten, an leicht auffindbarer Stelle, über die Arbeit des Netzwerks und BNE (siehe Pflichtkriterien). Positiv ist darüber hinaus, wenn das Netzwerk eine eigene Webseite hat und gezielte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu BNE betreibt.

Jury-Mitglieder

Die 12-köpfige Jury besteht aus Mitgliedern der Nationalen Plattform und Vertretenden des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Freien Universität Berlin sowie der Deutschen UNESCO-Kommission:

Josef Ahlke
Agenda21 Koordinator der Stadt Erfurt und Leiter des RENN-Mitte, Zukunftsfähiges Thüringen e.V.

Dr. Dirk Bange
Leiter der Abteilung Familie und Kindertagesbetreuung, Behörder für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) der Freien und Hansestadt Hamburg

Prof. Dr. Gerhard de Haan
Wissenschaftlicher Berater, Leiter des Instituts FUTUR an der Freien Universität Berlin

Prof. Dr. Hans Diefenbacher
Beauftragter für Umweltfragen des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)

Dr. Claudia Funke-Mandelli
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Johannes Geibel
Stellvertretender Vorstandsvorsitzender des netzwerk n e.V.

Erich Harsch
Vorsitzender der Geschäftsführung der dm-drogerie markt GmbH & Co. KG

Minister a.D. Walter Hirche
Berater für internationale Fragen, Vorsitzender des Fachausschusses Bildung der Deutschen UNESCO Kommission (DUK)

Christian Ledig
Vorstand, Klimastiftung für Bürger

Katherina Reiche
Hauptgeschäftsführerin des Verbandes kommunaler Unternehmen e. V. (VKU)

Bettina Schwertfeger
Bundesministerium für Bildung und Forschung

Gudrun Wolters-Vogeler
Vorsitzende des allgemeinen Schulleitungsverbandes Deutschlands e. V. (ASD)

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