Kommunen setzen sich für BNE ein

Kommunen sind Schlüssel zu nachhaltiger Entwicklung. Mobilität, Energie und sozialer Zusammenhalt werden maßgeblich von der kommunalen Ebene beeinflusst. Im Rahmen der didacta 2017 präsentieren sich vom 14.-18. Februar Kommunen, die sich besonders für BNE engagieren. Hier finden Sie die Kommunen im Kurzporträt.

Stadt Aalen

Seit 1998 setzen sich Bürgerinnen und Bürger der Stadt Aalen im Agendaprozess aktiv für eine nachhaltige, zukunftssichernde Entwicklung der Stadt ein. 2009 beschloss der Gemeinderat der Stadt, Bildung für nachhaltige Entwicklung ins Leitbild der Stadt Aalen zu übernehmen. Vielfältige Projekte werden durch die Akteure der Nachhaltigen Entwicklung umgesetzt, beispielsweise in den Gruppen der Lokalen Agenda, den Schulen und den Projekten mit der Hochschule Aalen.  Ein Beispiel ist der "Grüne Aal", in dem Schulen ein Umweltmanagementsystem sowie konkrete Aktionen in den Bereichen Technik und Bildung umsetzen und zertifizieren lassen. Weitere Kernthemen sind Energie, Mobilität, Kultur, Barrierefreiheit, Umwelt, Regionalvermarktung und globales Lernen.

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Gemeinde Dornstadt

Seit 2011 legt Dornstadt einen besonderen Schwerpunkt auf Bildung für nachhaltige Entwicklung, sie hat BNE zur kommunalen Querschnittsaufgabe erklärt. Mit Partizipation aller gesellschaftlichen Gruppen wurde ein gemeinsames Konzept erarbeitet. Um BNE-Aktivitäten zu gestalten und zu koordinieren, wurde eine BNE-Beauftragte bestimmt sowie ein BNE-Steuerungskreis mit Vertretern aus allen Bereichen des Gemeindelebens gegründet. Die Initiative „Dornstadter Zukunftsgestalter“ bildet den Kern der Aktivitäten. Mit kreativen und vielfältigen BNE-Angeboten setzt die Initiative Impulse für eine lebenswerte Zukunft in der Gemeinde. Mit zahlreichen Auszeichnungen, u.a. als Fair Trade Stadt und Kommune des UNESCO-Weltaktionsprogramms BNE setzt Dornstadt Zeichen in der Region.

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Landeshauptstadt Erfurt

Die Stadt Erfurt fördert Bildung für nachhaltige Entwicklung bereits seit einigen Jahren gezielt. Im Bildungsleitbild der Stadt ist BNE strategisch verankert. Über Landesaktionspläne BNE im Rahmen der UN Weltdekade BNE hat die Stadtverwaltung Erfurt zahlreiche eigene Projekte umgesetzt und weit über 100 Aktivitäten wurden durch Netzwerkpartner realisiert. Eine bei der Stadt angesiedelte Stabsstelle koordiniert diese Nachhaltigkeitsaktivitäten der Verwaltung und jene von Erfurter Institutionen, Stiftungen und Netzwerken und NGO's, die im Bereich BNE tätig sind.
Darüber hinaus ist Erfurt am "Dialog Nachhaltige Stadt" des Rates für nachhaltige Entwicklung beteiligt und wirkt in Thüringen im Bürgermeisterdialog zur nachhaltigen Kommunalentwicklung mit. Heute und auch in Zukunft werden aktive Akteure der Lokalen Agenda 21 mit weiteren Akteuren vernetzt, um eine nachhaltige Bildungslandschaft in Sinne von BNE im Kontext der Agenda 2030 zu gestalten. Erfurt ist durch eine Stadtratsbeschluss in das  Projekt "Global Nachhaltige Kommune Thüringen" einbezogen, welches Thüringer Kommunen eine Beratung und Begleitung bei der Entwicklung von kommunalen Nachhaltigkeitsstrategien im Kontext der globalen Nachhaltigkeitsziele (SDG) , unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten sowie der Nachhaltigkeitsstrategien auf Bundes- und Landesebene, ermöglicht.

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Freie und Hansestadt Hamburg

Die vom Hamburger Senat 2005 ins Leben gerufene Initiative "Hamburg lernt Nachhaltigkeit" vernetzt Behörden, Institutionen, Verbände, Netzwerke und Personen. Allen ist gemeinsam, dass sie Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Stadt voranbringen. Über 85 Hamburger Bildungsprojekte und – initiativen wurden seit 2005 ausgezeichnet, darunter das Netzwerk KITA 21, das nachhaltige Entwicklung durch frühkindliche Bildung fördert. Die Stadt Hamburg ist enger Partner der UNESCO zur Förderung nachhaltiger Entwicklung durch Bildung auch in anderen Kommunen – sowohl national als auch international. Im Dezember 2016 diskutierten Städtevertreter aus Europa und Nordamerika beim UNESCO-Institut für Lebenslanges Lernen in Hamburg über die Umsetzung der Globalen Nachhaltigkeitsziele auf lokaler Ebene. Gemeinsam mit Hamburg will die UNESCO hierzu die Zusammenarbeit verschiedener Städtenetzwerke zu fördern.

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Neumarkt in der Oberpfalz

2002 entschied der Stadtrat von Neumarkt in der Oberpfalz, eine Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln. Bürgerbeteiligung wird seitdem großgeschrieben: Das Nachhaltigkeitsleitbild der Stadt wurde gemeinsam mit ihnen formuliert. Alle zwei Jahre lockt die Nachhaltigkeitskonferenz der Stadt Akteure aus ganz Deutschland in die Oberpfalz. Im Wechsel mit der Konferenz wird der Klimaschutzpreis ausgelobt, für den sich Schulen, Vereine, Unternehmen und auch Privatpersonen bewerben können. Erfolgreich ist das Förderprogramm „Nachhaltigkeit neu lernen“ der Stadt für Mikroprojekte. Neumarkt ist Fair Trade Stadt und erhielt 2012 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis. Die Stadt in der Oberpfalz ist nicht nur lokal und national gut vernetzt, sondern pflegt zum Beispiel auch eine Klimapartnerschaft mit der Südafrikanischen Gemeinde Drakenstein.

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Frankfurt am Main

Seit 2008 arbeitet die Stadt Frankfurt mit dem Konzept Bildung für nachhaltige Entwicklung, auf der Grundlage eines Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung. Das Netzwerk „Nachhaltigkeit lernen in Frankfurt“ vereint zahlreiche Bildungsprojekte und -programme. Dazu zählt beispielsweise das an allen Frankfurter Grundschulen etablierte „Schuljahr der Nachhaltigkeit“, welches globales Denken von Schülerinnen und Schülern fördert. Im Klimaschutzkonzept der Stadt spielt Klimabildung eine wichtige Rolle. Das temporäre „Plus-Energie-Haus“ inmitten der Stadt oder das Angebot von Lernwerkstätten zum Thema „Passivhaus“ für Schulen sind dafür zwei Beispiele. Für seine innovative Arbeit wurde Frankfurt 2016 im Rahmen der deutschen Umsetzung des UNESCO-Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet.

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Stadt Osnabrück

Seit der Auszeichnung der Stadt als BNE-Dekade-Stadt 2013 versuchen einige BNE-orientierte Organisationen und Institutionen sowie die Lokale Agenda 21 Osnabrück mit Unterstützung der Stadt eine „Bildungslandschaft für nachhaltige Entwicklung“ aufzubauen. Dieser Prozess basiert auf einer 20jährigen Vorgeschichte, die u.a. ihren Ausdruck in bisher 44 Auszeichnungen in der BNE-Dekade und im Weltaktionsprogramm fand. Herausragende aktuelle Aktivitäten sind ein Dialog-Forum BNE, regelmäßige Radiosendungen (Osradio) zu BNE-Themen, der 7. Agenda-Wettbewerb zum Thema Klimastadt mit einem Rahmenprogramm „Mit Bildung zur Klimastadt“ (seit Sommer 2016) und ein daraus entstandenes Jahresthema „Klimastadt Osnabrück“ 2017, an dem alle Osnabrücker Akteure zum Mitwirken aufgerufen sind (www.klimabildung-os.de). Dieser Schwerpunkt Klimastadt wird vom ‚Masterplan 100% Klimaschutz‘ und der Lokalen Agenda 21 Osnabrück unterstützt.

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