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Bremer Informationszentrum mit Projekt "Bildungs_Lücke" für Nachhaltigkeit im Tourismus

07.12.07

Quelle: Rat für Nachhaltige Entwicklung/Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung

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Reisen gehört für viele Menschen zu einem guten Leben. Nicht nur die Urlauber, auch die Gastländer können von der Reiselust profitieren. Der heutige Turbo-Tourismus ist davon aber weit entfernt, das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung spielt kaum eine Rolle. Das Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung (biz) will das mit Aus- und Weiterbildungen in Tourismusberufen ändern.

Dass Bildung in diesem Bereich nötig ist, wurde auf einem Fachworkshop in Bremen deutlich. Dort versammelten sich Mitte Oktober Vertreter großer Reiseveranstalter, Nicht-Regierungs-Organisationen sowie Tourismusverbände und -institute, um darüber zu beraten, wie sich das Leitbild Nachhaltigkeit stärker auf der Anbieterseite einbinden lässt.

"Das ist bis jetzt auf jeden Fall zu wenig geschehen", meint Angelika Krenzer-Bass vom biz. Zwar gebe es schon einige Anbieter, die für einen sanften Tourismus werben und sich Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben haben. Der Massenmarkt konnte damit aber noch nicht erreicht werden. Laut biz-Mitarbeiterin Randy Haubner liegt der Anteil der Kunden, die sich für sozial und ökologisch ausgewogene Reisen interessieren, im deutschen Markt bei weniger als einem Prozent. Ein Grund: Die Veranstalter wissen wenig über nachhaltigen Tourismus und können ihren Kunden somit auch keine entsprechenden Angebote machen. "In der Aus- und Weiterbildung spielt Nachhaltigkeit bislang keine große Rolle", so Haubner. "Da gibt es in weiten Teilen tatsächlich noch eine echte Bildungslücke."

Bildungsmaterialien zu nachhaltigem Tourismus

Schließen möchte man die bestehende Lücke künftig mit praxisorientierten Bildungsmaterialien, die das biz entwickelt. Mitarbeiter von Reisebüros oder Veranstaltern will man damit ebenso ansprechen wie Schüler und Schülerinnen in den entsprechenden Ausbildungsgängen. Die Bildungsmaterialien sollen dann über Online-Angebote, Seminar, Messen und Veranstaltung bekannt gemacht werden. Langfristig möchte man das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung so in die Lehrpläne einbinden, dass das Thema prüfungsrelevant wird.

Ein erstes Unterrichtsmodul kann über das biz bereits bezogen werden, der Bedarf für mehr Materialien ist vorhanden. Haubner: "Wir haben uns vor der Veranstaltung bei örtlichen Reisebüros umgehört. Von zehn Büros haben acht Interesse an einer Kooperation gezeigt." Auch bei führenden Reiseveranstaltern stoße man auf großes Interesse. "Das hat auch unser Fachworkshop gezeigt, der ein wichtiger Impuls innerhalb unseres Gesamtprojekts 'Bildungs_Lücke Nachhaltigkeit im Tourismus' war, das wir gemeinsam mit dem Internationalen Studiengang Angewandte Freizeitwissenschaft der Hochschule Bremen durchführen", erklärt Krenzer-Bass.

Weitere Informationen beim Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung (biz)


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