Bildung für nachhaltige Entwicklung in der digitalen Welt
02.07.12
© DUKBildende
Die Deutsche UNESCO-Kommission beteiligte sich am diesjährigen Deutsche Welle Global Media Forum in Bonn mit einem Workshop zum Thema "New Approaches to Education for Sustainable Development". Dabei ging sie auf das Motto des Forums "Kultur, Bildung, Medien – Die Schaffung einer nachhaltigen Welt" ein. Auf der Veranstaltung wurden Projekte vorgestellt, die beweisen, dass das Web 2.0 mehr als nur ein technisches Hilfsmittel sein kann.
Die verschiedenen Arten und Anwendungsmöglichkeiten der Neuen Medien machen es möglich, eine breite Masse zu erreichen. Vom interessierten Bürger über den aktiven Mitstreiter bis hin zum Fachexperten. "Social Media bietet die Möglichkeit, mit einer Alltagserfahrung anzufangen", erklärte Dr. Jutta Franzen vom Kolleg für Management und Gestaltung nachhaltiger Entwicklung (KMGNE). So können sie auch eine bedeutende Rolle in der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) übernehmen. Die einfache Anwendung sei die Basis für den schnellen Austausch, der es möglich mache, verschiedene Szenarien von alternativen Entwicklungsmöglichkeiten unter die Leute zu bringen.
Internationale Sommeruniversität
Dr. Franzen stellte das Programm der fünften Internationalen Sommeruniversität in Berlin, Sao Paulo und Santiago de Chile vor. Hier können sich Medienschaffende wie Journalisten, Künstler, Kino- und PR-Macher in einem interdisziplinären und internationalen Austausch Medienkompetenz, Medienmündigkeit und interkulturelle Kommunikationsfähigkeiten aneignen. Ziel ist, das Thema erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Klimafolgen visuell und kommunikativ zu vermitteln. Dr. Franzen stellte ausgewählte Resultate der bereits abgeschlossenen Projekte vor – die "Best of Climate Clips" – und erklärte anschließend, wie hilfreich die Projekte dabei gewesen seien, "normale Leser in Publizisten zu verwandeln".
Digital Storytelling
"Die Menschen verstehen das Wort 'Klima' nicht. Sie denken dann an Wetter", stellte Guido Kowalski vom Grimme-Institut fest. Zusammen mit seinem Kollegen Dr. Harald Gapski stellte er das Projekt "Digital Storytelling and DeTALES – Digital Education Through Adult Learners EU-Enlargement Stories" vor. Das Ziel des Projektes ist es, in die Theorie des Digital Storytellings einzuführen und Neueinsteigern beizubringen, wie man diese Art der Kommunikation für Nachhaltigkeitsprojekte nutzen kann. "Digital Storytelling ermöglicht es, ein eigentlich kompliziertes Thema in einen persönlichen und simplen Ansatz umzuwandeln." Ein großer Vorteil gegenüber vielen journalistischen Reportagen. Das Grimme Institut präsentierte außerdem noch das Projekt NRW denkt nachhaltig – ein gutes Beispiel dafür, wie eine digitale Story für Nachhaltigkeit und lebenslanges Lernen werben kann.
Lebhafte Diskussion
Das Interesse am Thema ist nach wie vor groß. Beweis dafür ist die Tatsache, dass der Veranstaltungsraum bis auf den letzten Platz gefüllt war. Es wurde spürbar, dass das Publikum vom Potential der Neuen Medien für BNE überzeugt werden konnte. Digital Storytelling kann einen enormen Einfluss auf die Gesellschaft nehmen stellte Kowalski klar. Er sei vor allem von der Glaubwürdigkeit des Mediums überzeugt. Dr. Franzen ist sicher, dass viel mehr Menschen durch die Neuen Medien am Prozess zu mehr Nachhaltigkeit teilnehmen können und werden. Informationen und Meinungen öffentlich zu teilen und zu gestalten, früher das Privileg der Journalisten, sei heute jedem möglich. Dies komme dem basisdemokratischen Gedanken von BNE sehr entgegen.
Der Workshop sollte vor allem Gelegenheit bieten, Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig neue Denkanstöße und Ideen zu liefern. Die lebhafte Abschlussdiskussion zwischen Referenten und Publikum bewies: Ziel erreicht.
Zum Nachbericht des Grimme-Institus
Zum Nachbericht des KMGNE
Präsentation: New Approaches to Education for Sustainable Development
Präsentation: Web as platform. Transmedia + Social Storytelling
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