Bundestag: Bildung für nachhaltige Entwicklung weiter stärken
14.10.10
© Deutscher Bundestag/Lichtblick Achim MeldeBildende
Deutschland ist auf einem guten Weg, um die Ideen der Bildung für nachhaltige Entwicklung in sein Bildungssystem zu integrieren. Trotz sichtbarer Erfolge wie der Auszeichnung von mehr als 1000 vorbildlichen Bildungsprojekten in diesem Bereich sollen Bund und Länder ihre Anstrengungen weiter verstärken. Das forderten Redner aller Fraktionen jetzt bei einer Bundestagsdebatte. Anlass der Aussprache war ein Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Abgeordnete aller Parteien lobten die Erfolge, die alle beteiligten Akteure seit Beginn der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" im Jahr 2005 erzielt haben. Dazu gehörte neben der Auszeichnung von Best-Practice-Beispielen das von der Bund und Ländern geförderte Programm "Transfer21", mit dem bundesweit mehr als 2500 Schulen die Ideen der Bildung für nachhaltige Entwicklung in ihren Untereicht integrieren konnten. Mittlerweile haben alle Bundesländer Bildung für nachhaltige Entwicklung in Richtlinien und Rahmenlehrpläne aufgenommen.
BNE in Lehrerausbildung und Schulbücher integrieren
Die CDU betonte, es sei wichtig, jeden einzelnen zu persönlicher Verantwortung für mehr Nachhaltigkeit zu erziehen. Dazu müsse es gelingen, theoretisches Wissen stets mit praktischen Ansätzen verknüpfen. Bis 2014 gelte es, BNE in Lehrerausbildung, Lehrerfortbildung, Schulbücher, Schulmaterialien, Rahmenlehrpläne und Projektangebote weiter zu stärken.
Engagiertes Netzwerk
Die FDP hob die gute Arbeit des Nationalkomitees und des Runden Tisches in Deutschland hervor. Sie leisteten einen wichtigen Beitrag, um das Thema in die Breite zu tragen. In den beiden Gremien begleiten und beraten Entscheidungsträger, Multiplikatoren und Experten die Aktivitäten zur UN-Dekade.
Bessere Finanzausstattung gefordert
Auch die Oppositionsparteien sehen Fortschritte. SPD und Grüne lobten vor allem das von der rot-grünen Bundesregierung gestartete Programm "Transfer21". Nachholbedarf sieht die SPD bei der Integration des Themas in den Unterrichtsalltag und dabei, das Thema stärker in die Öffentlichkeit zu tragen. Dazu seien auch mehr finanzielle Mittel notwendig.
Planung für Zeit nach 2014 jetzt beginnen
Die Grünen forderten, die Anstrengungen auf allen Ebenen zu verstärken und bereits jetzt zu planen, wie die Bundesregierung Bildung für nachhaltige Entwicklung nach Ende der UN-Dekade im Jahr 2014 fördern will. Die Linke kritisiert insbesondere, das Bildungssystem sei an sich nicht nachhaltig aufgestellt, weil es keinen gleichberechtigten Zugang zu Bildung ermögliche.
Bund und Länder sollen Engagement verstärken
In einem Entschließungsantrag fordern CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne die Bundesregierung auf, ihre Pläne für die zweite Hälfte der UN-Dekade darzustellen. An die Länder appellierten die Fraktionen, Bildung für nachhaltige Entwicklung ganzheitlich und dauerhaft in den Unterricht der Schulen sowie in der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu integrieren. Außerdem sollen die Themen demographischer Wandel und Generationengerechtigkeit stärker in den Fokus rücken.
UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung"
Die UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ist eine weltweite Bildungsoffensive der Vereinten Nationen. Die UN-Staaten haben sich verpflichtet, von 2005 bis 2014 Nachhaltigkeit im Bildungswesen zu stärken. Auf Grundlage eines einstimmigen Bundestagsbeschlusses und mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung koordiniert die Deutsche UNESCO-Kommission die deutschen Aktivitäten.Schirmherr ist Bundespräsident Wulff.
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