Europäische Union (EU)
Der Europäische Rat hat 2006 eine neue umfassende EU-Strategie für nachhaltige Entwicklung in der erweiterten EU angenommen. Kernziele sind Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und Zusammenhalt, wirtschaftlicher Wohlstand und internationale Verantwortung.
Bildung wird innerhalb der EU-Nachhaltigkeitsstrategie als eine bereichsübergreifende Domäne zum Aufbau einer Wissensgesellschaft verstanden. Bildung fördert Schlüsselkompetenzen, die für die Verwirklichung einer nachhaltigen Entwicklung erforderlich sind und ist Voraussetzung für die Verhinderung nicht-nachhaltiger Trends. Auf allen Ebenen des Bildungssystems gilt es Inhalte der nachhaltigen Nutzung von Energien und Verkehrssystemen, nachhaltige Verbrauchs- und Produktionsmuster, Gesundheit, Medienkompetenz und verantwortungsvolle globale Bürgerschaft zu vermitteln.
Ziel ist insbesondere die stärkere Integration von Bildung für nachhaltige Entwicklung in die EU-Bildungsprogramme "Sokrates / Erasmus", "Leonardo da Vinci" und "Tempus".
Im Rahmen der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" regt die neue Strategie die EU-Mitgliedstaaten an, nationale Aktionspläne zu entwickeln oder weiter auszubauen. Die Strategie schlägt vor, Bildungskonzepte für eine nachhaltige Entwicklung und gezielte Maßnahmen der beruflichen Bildung – insbesondere mit Bezug zum Arbeitsprogramm "Allgemeine und berufliche Bildung 2010" – in Sektoren wie Bauwesen, Energie und Verkehr zu erarbeiten. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Lehrerausbildung und der Umsetzung der 2005 in Wilna angenommenen UNECE-Strategie für Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Die EU-Nachhaltigkeitsstrategie zielt darauf ab, inter- und transdisziplinäre Ansätze und Verbindungen zwischen Wissenschaft, Politikgestaltung und Durchführung zu intensivieren. Besonderer Bedarf besteht in der Erforschung von Wechselwirkungen zwischen sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Systemen. Universitäten, Forschungsinstitute und private Unternehmen gelten als wichtige Akteure im Bereich der Forschung für nachhaltige Entwicklung. Zur Bildung und Förderung disziplinübergreifender Ansätze und Netzwerke sollen Partnerschaften zwischen Universitäten und anderen Hochschulen aus Europa und Drittländern gefördert werden.
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