BNE-Portal: Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend (BMFSJ), Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit

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Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend (BMFSJ), Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit

Neue Wege für Jungs
Bildungsbereich: Außerschulische und Weiterbildung
Maßnahme Nr. 35

Ziele
Das Projekt strebt an, das Berufswahlspektrum von Jungen zu erweitern und neue berufliche Perspektiven aufzuzeigen.
Des Weiteren will es die männliche Rolle flexibilisieren, tradierte Rollenvorstellungen kritisch reflektieren, Jungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sensibilisieren und ihre Haushalts- und Familienkompetenzen stärken. Außerdem sollen ihre sozialen Kompetenzen gestärkt, Soft-Skills wie Empathie-, Konflikt-, Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit zur beruflichen sowie persönlichen Weiterentwicklung gefördert werden.
Geschlechtergerechtigkeit ist eine entscheidende Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung. Das Projekt will zu einer Erweiterung des Gender-Bewusstseins beitragen und Jungen Wege aufzeigen, neue Perspektiven zu integrieren und ihre eigenen Leitbilder zu reflektieren. All diese Elemente sind zentrale Bestandteile der Gestaltungskompetenz im Sinne der BNE.

Ausgangssituation
Aktuelle Ergebnisse der Bildungs- und Jugendforschung verdeutlichen einen zunehmenden Handlungsbedarf in der geschlechtsbezogenen Unterstützung von Jungen. Die meisten männlichen Jugendlichen orientieren sich weiterhin an traditionellen Geschlechtervorstellungen und zeigen kaum flexible Lebensvorstellungen.
Die traditionellen Vorstellungen von Männlichkeit spiegeln sich auch im Berufswahlverhalten männlicher Jugendlicher wider. Dementsprechend schöpfen Jungen das breite Spektrum an Ausbildungsberufen und Studienmöglichkeiten nicht vollständig aus. Aus diesem Berufswahlverhalten resultiert eine starke Unterrepräsentanz von Männern im Erziehungs-, Bildungs- und Pflegebereich.

Entwicklungsschritte und Akteure
Folgende Schritte sind für die Zukunft geplant:
1. Aufbau einer Best-Practice-Datenbank und Erstellung von Dokumentationen: Die Datenbank auf der Webseite von "Neue Wege für Jungs" stellt pädagogischen Fachkräften und Interessierten unterschiedliche Konzepte und Ideen zur Verfügung
2. Entwicklung zielgruppenspezifischer Informations- und Aktionsmaterialien
3. Erstellung einer Schulbroschüre: Informationen und Praxistipps für Lehrkräfte
4. Erstellung eines Praxisleitfadens: Anregungen für Organisationen und Einrichtungen (Unterrichtsmaterial, Arbeitsblätter etc.)
5. Sensibilisierung der (Fach-)Öffentlichkeit: Berichte in Print- und Onlinemedien, Hörfunk- und Fernsehbeiträge, Fachtagungen etc.
6. Durchführung praxisnaher Lehrkräftefortbildungen.
Das Pilotprojekt "Neue Wege für Jungs" wird vom Jungen- und Männerforschungsinstitut Dissens e. V. wissenschaftlich begleitet.
Die Pilotphase umfasst den Zeitraum Februar 2005 bis Februar 2008. Die Weiterführung in einer zweiten Förderphase unter dem Titel "Neue Wege für Jungs - Weiterentwicklung jungenspezifischer Angebote zur Berufs- und Lebensplanung durch Vernetzung und Kooperation" ist für den Zeitraum März 2008 bis März 2011 vorgesehen.

Überprüfungskriterien
Werden lokale Initiativen zu geschlechtssensibler Jungenarbeit angeregt und unterstützt?
Werden bestehende Initiativen und Projekte gebündelt und ein bundesweites Netzwerk für Jungenarbeit geschaffen?
Werden neue Konzepte und Aktionsformen entwickelt, die an Lebensentwürfen von Jungen ansetzen?
Findet eine Sensibilisierung der Beteiligten im Berufswahlprozess und der (Fach)-Öffentlichkeit für eine geschlechtsbezogene Berufs- und Lebensplanung statt?
Wird der wissenschaftliche Diskurs in der Jungenforschung durch wissenschaftliche Expertise und kontinuierliche Begleitung von Praxiserfahrungen bereichert?
Kann eine Verdoppelung der Anzahl der Netzwerkpartner/innen (ausgehend von der Anzahl der Netzwerkpartnerschaften am Ende der Pilotphase) bis zum Ende des Förderzeitraumes erreicht werden? 


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