Ökonomische Bildung für eine nachhaltige Entwicklung
© BirgitH/ pixelioBildende
Einkaufen, Geld anlegen, Kredite aufnehmen - jeder von uns geht mit Geld um und nimmt damit teil am Wirtschaftsgeschehen. Nur wenn wir verstehen, wie Wirtschaft funktioniert, können wir unser Leben eigenverantwortlich gestalten. Entscheidend für eine nachhaltige Weltwirtschaft sind neben verbindlichen Rahmenbedingungen aufgeklärte und kompetente Menschen. Deshalb ist ökonomische Grundbildung ein wichtiger Baustein der Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Was ist Nachhaltigkeit?
Nachhaltige Entwicklung hält die Welt im Gleichgewicht. Sie soll allen Menschen heute und in Zukunft die gleichen Chancen auf ein erfülltes Leben eröffnen. Grundlagen dafür bilden eine intakte Umwelt, ein stabiles, gerechtes Wirtschaftssystem und eine solidarische Gesellschaft. Kinder, Jugendliche und Erwachsene gestalten diese Entwicklung. Hier setzt Bildung für nachhaltige Entwicklung an. Sie vermittelt Motivation, Wissen und Fähigkeiten, um komplexe Zusammenhänge der globalisierten Welt zu verstehen und selbst nachhaltig zu handeln.
Ökonomie und Nachhaltigkeit
Unser Wirtschaftssystem stößt an die Grenzen des Ökosystems Erde. Wir verbrauchen die natürlichen Ressourcen schneller, als diese nachwachsen, oder zerstören sie sogar komplett. So wie eine intakte Umwelt die Grundlage für Gesellschaft und Wirtschaft bildet, so bildet ein funktionierendes Wirtschaftssystem die Grundlage für die Gesellschaft: Es muss alle Menschen mit den materiellen und immateriellen Gütern versorgen, die sie zum Leben brauchen.
Entscheidend für eine nachhaltige Weltwirtschaft sind aufgeklärte und kompetente Menschen sowie verbindliche Rahmenbedingungen. Noch fehlen oft wirkungsvolle, weltweite Regeln für Unternehmen, Banken, Börsen, aber auch für Staaten und Anleger. Dazu zählen zum Beispiel Leitlinien für einen gerechten Welthandel oder Vorgaben für Geschäfte an den Aktienmärkten. Güter wie eine intakte Umwelt oder andere begrenzte Ressourcen dürfen nicht von jedem willkürlich und kostenlos verbraucht werden.
Nicht nur private Akteure, sondern auch Staaten stehen in der Pflicht, nachhaltig zu wirtschaften und kommenden Generationen keine verseuchte Umwelt und unüberwindlichen Schuldenberge zu hinterlassen.
© Claudia Hautumm/ pixelioBildende
Die Rolle der Verbraucher
Private Verbraucher gestalten das Wirtschaftssystem entscheidend mit. Sie kaufen Produkte, zahlen Steuern und nutzen öffentliche Infrastruktur, sie können – nicht nur bei Wahlen – die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse beeinflussen. Ihre Kaufentscheidung und ihr Verhalten wirken sich auf das Angebot der Unternehmen und des Staates aus. Was der Einzelne tut, trägt also zur nachhaltigen (oder nicht-nachhaltigen) Entwicklung bei.
Werte als Orientierungsrahmen
Regeln allein ebnen nicht den Weg zu einem nachhaltigen Wirtschafts- und Finanzsystem. Statt ausschließlich nach finanziellem Gewinn zu streben, orientieren sich nachhaltig wirtschaftende Akteure auch an ethischen Werten wie sozialer Verantwortung.
Es geht darum, Geld nicht als Selbstzweck, sondern als Mittel zum Zweck zu verstehen. Dazu gehört, nicht nur materielles Vermögen, sondern auch Ressourcen wie freie Zeit, unbelastete Natur und persönliches Wohlbefinden als erstrebenswerte Ziele des Einzelnen und der Gesellschaft anzuerkennen. Noch werden etwa ehrenamtliches Engagement oder Lebensqualität durch mehr Freizeit nur selten auf der Haben-Seite einer Volkswirtschaft verbucht – im Gegensatz zu Faktoren wie der produzierten Infrastruktur.
© Volker-Zintgraf/ pixelioBildende
Was müssen wir wissen und können?
Den Umbau zu einem nachhaltigen Wirtschaftssystem gestalten Menschen. Deshalb ist Bildung ein entscheidender Faktor in diesem Prozess.
Bildung für nachhaltige Entwicklung
- vermittelt finanzielle Allgemeinbildung: Nur wer mit seinen Bedürfnissen und persönlichen Ressourcen wie auch mit seinem Geld nachhaltig umgehen kann, wer bei Versicherungen, Renten und Steuern den Überblick behält, kann sich eine gesicherte Lebensgrundlage verschaffen. Diese bildet die Basis für ein selbstbestimmtes Leben;
- zeigt, wie das Wirtschafts- und Finanzsystem funktioniert und versetzt Bürgerinnen und Bürger in die Lage, Missstände zu erkennen. Sie vermittelt Fähigkeiten, die Menschen benötigen, um sich für Veränderungen einzusetzen;
- vermittelt Hintergrundwissen zum Konsumverhalten und zur Globalisierung. So können Verbraucher beim Kauf von Produkten Kriterien wie die Arbeitsbedingungen im Herkunftsland oder die CO2-Bilanz des Produkts berücksichtigen;
- stärkt Werte, wie soziale Verantwortung, und setzt ein Gegengewicht zur Profitorientierung in Gesellschaft und Wirtschaft. Ökonomische Bildung nach diesem Verständnis vermittelt allgemeine Wirtschafts- und Finanzkompetenz ebenso wie weitere Schlüsselkompetenzen, die auch in anderen Lebensbereichen entscheidend sind.
Springen Sie direkt: zur Hauptnavigation, zum Seitenanfang

