Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft
Institution: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)
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(MN 06/17) Ziel des Bundesprogramms ist es, die Rahmenbedingungen für die Erzeugung und Verarbeitung ökologischer und besonders nachhaltig erzeugter Lebensmittel in Deutschland deutlich zu verbessern und zu einem gleichgewichtigen Wachstum dieser Bereiche beizutragen. Das Programm und seine Maßnahmen werden vom BMELV finanziert. Es wurde Anfang 2002 als Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) ins Leben gerufen. Ende 2010 wurde es um "andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft" ergänzt.
Die Organisation, Koordination und Umsetzung der Maßnahmen erfolgen in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in der eigens hierfür eingerichteten Geschäftsstelle. Sie betreibt auch das Informationsportal www.oekolandbau.de. Aufbauend auf der Identifikation von Problemen und Entwicklungspotenzialen sollen durch ein Bündel von Maßnahmen die Wachstums- und Entwicklungshemmnisse entlang der Wertschöpfungskette gezielt abgebaut und überwunden werden. Zentral sind dabei bildungspolitische Aspekte wie Aufklärungs- und Informationsmaßnahmen, Wissenstransfer sowie Forschungs- und Entwicklungsvorhaben.
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Landwirte, Verarbeiter, Händler wie auch Verbraucher, insbesondere Kinder und Jugendliche, sollen über die Grundlagen einer nachhaltigen Lebensmittelerzeugung informiert werden. Es soll ein Bewusstsein für nachhaltige Lebensmittelerzeugung, Ressourcen sparende Produktion und nachhaltige Ernährung geschaffen werden. Mit Ausnahme der reinen Wissensveranstaltungen geht es dabei nicht darum, "fertige Ergebnisse" zu vermitteln: Die Teilnehmenden sollen grundsätzlich im Sinne der Gestaltungskompetenz befähigt werden, die Erkenntnisse nachhaltiger Wirtschaftsformen auch bei geänderten Rahmenbedingungen anwenden zu können.
Im Rahmen des BÖLN wurde eine Reihe von Unterrichtsmaterialien über Bio-Produkte und deren nachhaltige Erzeugung und Verarbeitung für allgemeinbildende Schulen, einschlägige Berufs- und Fachschulen sowie für die Weiterbildung entwickelt. Diese werden u. a. über das Internet angeboten (www.oekolandbau.de/lehrer). Die Materialien umfassen sowohl methodisch-didaktische Hinweise wie auch Arbeitsmaterialien für die Schülerinnen und Schüler. Daneben gibt es Vorschläge für Projekte und außerschulische Lernorte.
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Seit 2003 wird für Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 bis 10 der jährliche Wettbewerb "Bio find ich kuh-l" durchgeführt (www.bio-find-ich-kuhl.de). Die besten Beiträge werden mit der "kuhlen Kuh" ausgezeichnet. Das Motto 2011 lautete zum Beispiel "Bio und Fair". Für den Wettbewerb werden 27.000 Schulen direkt angeschrieben. Für Verpflegungsverantwortliche, z.B. von KiTas und Ganztagsschulen, werden Veranstaltungen und Workshops zu Fragen der gesunden Ernährung und den Möglichkeiten der Integration von Bio-Produkten und nachhaltig erzeugten Lebensmitteln in die Speiseplanung angeboten.
Zur fachlichen Unterstützung des BÖLN wurde ein Begleitausschuss aus drei Wissenschaftlern und drei Verbandsvertretern der Bio-Branche und aus dem Bereich nachhaltige Landwirtschaft etabliert. Das Programm wurde anlässlich seiner Einführung 2003/2004 evaluiert, 2011/2012 findet eine zweite Evaluation statt (siehe www.bundesprogramm.de/das-programm/evaluierung). Einzelne Aktivitäten führen auch eine Eigenevaluierung durch.
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Bei mehr als 30 Maßnahmen innerhalb des Programms und einer Laufzeit von mittlerweile zehn Jahren wurden ca. mehrere 10 Millionen Personen erreicht. Ein bestimmter Endzeitpunkt ist für das Programm nicht festgelegt. Darüber hinaus wird davon ausgegangen, dass das Programm den Ökosektor so stärkt, dass dieser in die Lage versetzt wird, eigene Maßnahmen zur Verbraucheraufklärung durchzuführen. Bei kofinanzierten Bildungsprojekten kommen schon heute mittlerweile 50 Prozent aus der Branche selbst.
Stand: November 2011
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