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Wir wagen den dritten Ring (2. Auszeichnung)
Bundesland: Hessen
Projektnr.: 1943, Ausgezeichnet: 2007/2008, 2011/2012
Bildende
Die Burg Ludwigstein wurde 1920 unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs von Gruppen der Jugendbewegung erworben und seither als Bildungs- und Begegnungsstätte und als ein lebendiges Ehrenmal für die Opfer von Krieg und Gewalt wieder auf- und weiter ausgebaut. Die Burg ist heute Eigentum einer gemeinnützigen Stiftung und besteht aus einer Burgherberge, dem vom Hessischen Staatsarchiv verwalteten Archiv der deutschen Jugendbewegung und der Jugendbildungsstätte Ludwigstein gGmbH. Sie sieht sich in der Tradition der Jugendbewegung, die 1913 auf dem Hohen Meißner entstand. Darauf bezogen, arbeitet die Jugendburg Ludwigstein nach den jugendbewegten Wesensmerkmalen Eigenverantwortung, Selbsttätigkeit, Offenheit, Gemeinschaft, Gestaltungskraft, Naturnähe und Unternehmungsgeist. Sie hat in den vergangenen Jahren das Prinzip der Nachhaltigkeit in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht auf der Burg verankert und das bestehende Burgprofil mit den Kriterien der Bildung für nachhaltige Entwicklung in Einklang gebracht. Die seit 2006 laufenden Überlegungen zur baulichen Erweiterung der Burg wurden dementsprechend von Anfang an durch Aspekte der Nachhaltigkeit geprägt. Mit der Grundsteinlegung im Januar 2010 wurde begonnen, mit einem hohen Anteil ehrenamtlicher Eigenleistung, ein hochgedämmtes Jugendbildungs- und Werkhaus in Strohballenbauweise vor der Burg zu errichten. Die Bauphasen stellen einen permanenten Lernprozess dar, bei dem Fachkräfte (Architektin, Bauleiter, Polier, Bauhüttenkreis) gemeinsam mit Freiwilligen die ehrenamtlichen Bauhelfer in ökologisch-nachhaltigen Bauweisen gezielt unterweisen und qualifizieren. Es finden Seminare zum ökologischen Stroh- und Lehmbau für Bauhelfer/innen in Kooperation mit dem in Witzenhausen ansässigen Kompetenzzentrum Hessen-Rohstoffe statt. Das an zahlreiche Ludwigsteiner Schulen gerichtete Wochenprogramm "Fair-Führung im Regenwald" thematisiert Nachhaltigkeit am vergleichenden Beispiel nordhessischer Wälder mit dem tropischen Regenwald. Über das Neubauprojekt hinaus flankieren die BNE-Kriterien inzwischen jedes der permanent angebotenen Schulklassenprogramme. Seit der ersten Auszeichnung als offizielles Dekadeprojekt 2007/2008 wurde das Nachhaltigkeitsprofil kontinuierlich geschärft, es ist ein Netzwerk aus Kooperationspartnern entstanden und die Jugendburg ist eine Drehscheibe und Kommunikationsort nachhaltiger Bildungsprozesse geworden.
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