Hier finden Sie eine kurze Einführung in die Themen der Bildung für nachhaltige Entwicklung.
A
Agrarwirtschaft
Die Agrar- oder Landwirtschaft erzeugt pflanzliche und tierische Produkte unter Anwendung von synthetischen Pflanzenschutzmitteln (Fungizide, Herbizide, Insektizide und Pestizide), selektiven Züchtungsmethoden, synthetischen Düngemitteln und gentechnischen Verfahren, die die Leistungsfähigkeit der Nahrungsmittelproduktion steigern. Dadurch können Gesundheitsschädigungen für den Menschen und eine Verringerung der biologischen Vielfalt ausgelöst werden.
Armutsbekämpfung
Im September 2000 verabschiedeten die Vereinten Nationen die Milleniumerklärung. Bis zum Jahr 2015 soll die weltweite Armut halbiert werden. Alle Länder verpflichteten sich zu den acht Entwicklungszielen (Millennium Development Goals): Bekämpfung der extremen Armut und des Hungers, Primarschulbildung für alle, Gleichstellung der Geschlechter, Senkung der Kindersterblichkeit, Verbesserung der Gesundheit der Mütter, Reduktion von Krankheiten, ökologische Nachhaltigkeit und Aufbau globaler Partnerschaften.
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B
Bauen & Wohnen
Gebäude und Bauwerke werden aus unterschiedlichen Baustoffen, wie beispielsweise Holz, Stein, Beton, Stahl, Lehm oder Glas errichtet. Bei der Bauplanung spielen neben der Wahl der Baustoffe und ihrem möglichst minimalen Verbrauch auch Aspekte der nachhaltigen Energieeinsparung eine Rolle. Der zukünftige Energieverbrauch kann durch eine Vielzahl von Maßnahmen reduziert werden. Grundriss, Ausrichtung oder Fensteranordnung haben dabei genauso Einfluss wie Dämmung, Heizung und Lüftung.
Bevölkerungsentwicklung
Die Demographie, auch Bevölkerungswissenschaft, verzeichnet einen explosionsartigen Anstieg der internationalen Bevölkerung in den vergangenen Jahrhunderten. Während die Bevölkerung vor allem in Entwicklungsländern immer noch zunimmt, ist in fast allen Industrieländern in den nächsten 50 Jahren mit einem Bevölkerungsrückgang zu rechnen. Die Überbevölkerung in armen Ländern treibt viele Menschen in die Landflucht. Das dadurch entstehende schnelle Städtewachstum führt zur Ausbreitung von Slums.
Biologische Vielfalt
Biologische Vielfalt, auch Biodiversität, bedeutet die Vielfalt zwischen den Arten (Artenvielfalt), die Vielfalt innerhalb der Arten (genetische Vielfalt) und die Vielfalt der Lebensräume (Ökosystemvielfalt). Der Klimawandel und menschliche Eingriffe, auch die Biopiraterie - das Nutzen genetischer, biologischer Ressourcen ohne Zustimmung des Herkunftslandes oder der Völker - führen zu einer Verschlechterung der Lebensräume und einem Aussterben der Arten.
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E
Energie
Energie beschreibt die Fähigkeit eines Systems, Arbeit zu verrichten. Sie tritt in verschiedenen Formen (mechanisch, thermisch etc.) auf. Sonnen- und umgewandelte Strahlungsenergie – Wind-, Wasser- oder Bioenergie - bezeichnet man als regenerative Energien. Sie erneuern sich laufend und stehen lange zur Verfügung. Bioenergie gewinnt man aus organischen Abfällen (Biomasse) oder Energiepflanzen (Schilf, Raps). Maßnahmen wie Wärmedämmung oder Energiesparlampen steigern die Energieeffizienz.
Engagement und Ehrenamt
Ehrenamt, auch "Freiwilligenarbeit" oder "zivilgesellschaftliches Engagement", versteht sich als unentgeltliches Handeln in nichtstaatlichen Organisationen (Nichtregierungsorganisationen). Diese sind lokal, national oder international organisiert, nehmen meist humanitäre Funktionen in gemeinnützigen Bereichen wahr (Sozialarbeit, Umweltschutz, Tierschutz, freie Bildungsarbeit oder Menschenrechte) und tragen die Bürgeranliegen bei den Regierungen vor.
Ernährung
Ernährung ist die Aufnahme von Nahrungsstoffen, die ein Organismus zum Aufbau seines Körpers und zur Aufrechterhaltung seiner Lebensfunktionen braucht. Nimmt ein Mensch weniger Kalorien am Tag zu sich als er verbraucht, spricht man von Unterernährung. Unausgewogenes Essen (zu viel, zu fett, zu salzig, zu süß) führt zu ernährungsbedingten Krankheiten wie beispielsweise Diabetes oder Herzkreislauferkrankungen. Slow Food steht für das langsame, bewusste Essen und Genießen.
Ethik
Vor dem Hintergrund ethischer Überlegungen ist Nachhaltigkeit zu verstehen als ein normativer Begriff, der sich auf eine zukunftsfähige Wirtschafts- und Lebensweise bezieht, die in moralischen Verpflichtungen gegenüber künftigen Generationen gründet. Danach ist Nachhaltigkeit – die soziale, ökonomische, politische und kulturelle Entwicklung - ein kollektives Ziel, das individuelle und vor allem kollektive Verpflichtungen mit sich bringt.
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F
Fairer Handel
Der Handel auf globalisierten Märkten sichert Produzenten aus armen Ländern oft nicht das Existenzminimum. Darum setzt der Faire Handel die Preise für Produkte, die aus Entwicklungsländern in Industrieländer exportiert werden (z.B. Kaffee, Baumwolle, Zucker) höher an als der jeweilige Weltmarktpreis. Damit wird den Produzenten ein höheres und verlässlicheres Einkommen ermöglicht, dass sie in ihre wirtschaftliche und soziale Existenz investieren können.
Forschung
Nach der im Jahr 2000 verabschiedeten Strategie von Lissabon soll die Europäische Union bis 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt werden. Zu diesem Zweck werden zahlreiche Projekte gefördert, die sich mit der Erforschung nachhaltiger Konzepte in Bereichen der Industrie und Wirtschaft, der Nutzung von Rohstoffen oder dem gesellschaftlichem Handeln beschäftigen. Forschung und Wissenschaft sollen zum entscheidenden Wirtschaftsfaktor werden.
Frieden
Frieden bezeichnet eine umfassende und dauerhafte Rechtsordnung und Lebensform, bei der Wohl und Wohlstand der Bürger und Bürgerinnen oberste Ziele sind. Durch Bildung für nachhaltige Entwicklung sollen die Ursachen für Kriege, die häufig durch Konflikte um knapper werdende Ressourcen und Lebensräume ausgelöst werden, vermindert werden.
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G
Generationengerechtigkeit
Der Begriff Generationengerechtigkeit thematisiert die Probleme der gerechten Lasten- und Nutzenverteilung zwischen den Generationen. Intergenerationelle Gerechtigkeit ist erreicht, wenn die Chancen nachrückender Generationen auf Befriedigung ihrer Bedürfnisse mindestens so groß sind wie die der ihnen vorangegangenen Generationen. Von intragenerationeller Gerechtigkeit spricht man, wenn die Lebensbedingungen aller derzeit auf der Erde lebenden Menschen erhalten und verbessert werden.
Gesundheit
Gesundheit ist ein Zustand körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens, der von Verletzungen und Krankheiten gestört werden kann. Zu den am meist verbreiteten Krankheiten gehört das Human Immunodeficiency Virus (HIV). Weltweit sind rund 40 Millionen Menschen infiziert. Eine Ansteckung kann zu der unheilbaren Krankheit AIDS führen. Auch schädliche Umwelteinflüsse können schwere Erkrankungen hervorrufen.
Gleichstellung der Geschlechter
Gleichstellung der Geschlechter heißt, dass Frauen und Männer in gleichem Maße Anerkennung für ihren gesellschaftlichen Beitrag und ihre Arbeit erhalten. Sie partizipieren gleichwertig und gleichberechtigt an der Entwicklung, gestalten Prozesse, nutzen Chancen und haben gleichen Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung sowie gesellschaftlichen und ökonomischen Ressourcen. Auch vor dem Gesetz sind sie gleich und haben die gleichen rechtlichen Voraussetzungen.
Globalisierung
Unter Globalisierung versteht man die zunehmende internationale Verflechtung wirtschaftlicher, politischer, gesellschaftlicher und kultureller Beziehungen. Als Ursachen gelten der technische Fortschritt, sowie die politischen Entscheidungen zur Liberalisierung des Welthandels. Charakteristisch für die Weltwirtschaft ist die Ausweitung der internationalen Arbeitsteilung.
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I
Interkulturelles Lernen
Interkulturelles Lernen kennzeichnet eine Form des sozialen Lernens bei der Menschen verschiedener Kulturkreise erfolgreich miteinander kommunizieren, für beide Seiten zufriedenstellend miteinander umgehen und voneinander lernen. Voraussetzung dafür ist, dass sich die Kulturen als gleichwertig akzeptieren und respektieren, so dass Elemente der anderen Kultur auch für die eigene akzeptiert werden und als erstrebenswert gelten.
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K
Klima
Der Begriff Klima steht für das "Durchschnittswetter". Der vom Menschen durch den vermehrten Ausstoß von Treibhausgasen verursachte Klimawandel führt zu einer globalen Erwärmung. Als Folgen der weltweiten Temperaturerhöhung werden Wetterextreme und Naturkatastrophen wie Hochwasser und Wirbelstürme erwartet, die zukünftig häufiger und stärker ausfallen. Der Klimaschutz bündelt Maßnahmen, die der globalen Erwärmung entgegenwirken und ihre Folgen abmildern und begrenzen.
Konsum und Lebensstile
Menschen definieren sich über ihre Lebensweise, ihren Geschmack und ihre Vorlieben. Ihr persönlicher Lebensstil ist ein regelmäßig wiederkehrender Gesamtzusammenhang von Verhaltensweisen, Interaktionen, Meinungen, Wissensbeständen und bewertenden Einstellungen. Bestärkt wird der eigene Lebensstil durch den individuellen Konsum. In Konsumgütern wie Kleidung, Körperpflege, Ernährung oder der Nutzung von Medien kommen Werte und allgemeine Lebensseinstellungen zum Ausdruck.
Kulturelle Vielfalt
Kultur kennzeichnet die individuellen geistigen, materiellen, intellektuellen und emotionalen Eigenschaften einer Gesellschaft oder Gruppe und ist über Kunst und Literatur hinaus auch Ausdruck für Lebensform, Wertesystem, Tradition und Überzeugung. Durch die Aufrechterhaltung der kulturellen Vielfalt werden alle Kulturen gleich anerkannt und gewürdigt, einschließlich der Kulturen von Minderheiten oder indigenen Völkern. Kulturelle Bildung macht ihren Wert für alle sicht- und nutzbar.
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M
Menschenrechte
Menschenrechte sind die angeborenen Rechte eines jeden Menschen auf Leben, Meinungsfreiheit, Gleichheit und Widerstand gegen Unterdrückung. Sie werden ergänzt durch die demokratischen und sozialen Grundrechte auf freie Wahl, Recht auf Bildung, Versammlungsfreiheit etc. Sie beschützen den einzelnen Menschen und Minderheiten vor Folter, Völkermord sowie ethnischer und rassistischer Diskriminierung, werden aber täglich in aller Welt gebrochen und müssen ständig neu eingefordert werden.
Migration
Migration bedeutet die freiwillige Auswanderung (Emigration) aus einem und Einwanderung (Immigration) in ein anderes Land oder die aufgrund von politischer Verfolgung, Diskriminierung oder ökologischer Katastrophen bedingte Flucht ins Exil. Die Hoffnung auf bessere Arbeits- und Lebensbedingungen hinter der eigenen Landesgrenze führen im Zeitalter der Globalisierung zu zunehmenden Wanderungsbewegungen. Die kulturelle und rechtliche Integration im fremden Land gestaltet sich oft problematisch.
Mobilität und Verkehr
Mobilität und Verkehr von Personen und Gütern ermöglichen ein großes Warenangebot, das Erreichen von Arbeitsplätzen, Fernreisen und Tourismus, verursachen aber auch erhebliche ökologische, soziale und ökonomische Schäden und Belastungen. Verantwortlich für den hohen Schadstoffanteil in der Umwelt ist vor allem der motorisierte Individualverkehr. Alternative Verkehrskonzepte setzen auf den Gebrauch des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), auf umweltverträgliche Qualitätsstandards in der Automobilindustrie und alternativer Energiequellen.
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P
Partizipation
Partizipation bedeutet die aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und die Einbindung der Mitglieder einer Organisation, einer Gruppe oder eines Vereins an den gemeinsamen Angelegenheiten sowie an politischen Entscheidungs- und Willensbildungsprozessen, insbesondere an Wahlen und Referenden. In einem rechtlichen Sinne bezeichnet Partizipation die Teilhabe der Bevölkerung an Verwaltungsentscheidungen. Pädagogisch geht es um die Mit- und Selbstbestimmung bei der Gestaltung von Inhalten und Lernprozessen.
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R
Religion
Religion bezeichnet eine Vielzahl kultureller Erscheinungen, in denen transzendente oder auch immanente Ursachen menschliches Verhalten und Denken normativ beeinflussen. Gott, das Göttliche, die Götter werden als existenziell erfahrbar aber nicht völlig erschließbar erlebt. Die fünf Weltreligionen Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus und Judentum unterscheiden sich in der Art der Anschauung Gottes und ihrer historische Entwicklung.
Rohstoffe / Ressourcenmanagement
Ressourcenmanagement beschäftigt sich mit der Gestaltung eines umweltverträglichen und ressourcenschonenden Rohstoff- und Energiehaushaltes. Kein Rohstoff ist unbegrenzt vorhanden. Übersteigerter Konsum und die Herstellung von Einwegprodukten führen zu Umweltproblemen und Rohstoffknappheit. Mit Abfallvermeidung und Recycling, der Gewinnung von Sekundärrohstoffen aus Abfällen und ihre Verarbeitung zu neuen Produkten, sollen wertvolle Rohstoffe und Energie eingespart werden.
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T
Technologie
Ebenso wie Technologie Ursache für zahlreiche Umweltprobleme ist, ermöglicht sie durch innovative Ansätze, vorhandene Umweltprobleme zu lösen und künftige zu vermeiden. Die Entwicklung innovativer Technologien zur Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien wie Wind, Solarenergie, Geothermie, Wasserkraft, Bioenergie und Biokraftstoffen sowie innovative Vorhaben zur Steigerung der Effizienz bei der Energieerzeugung und -nutzung sowie der Energieeinsparung sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.
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U
Umweltschutz
Umweltschutz bezeichnet den Schutz der Umwelt vor störenden Einflüssen oder Beeinträchtigungen, wie beispielsweise Verschmutzung, Lärm oder globaler Erwärmung, um das Lebensumfeld der Menschen und ihrer Gesundheit zu erhalten. Dies schließt den Schutz der Natur mit ein. Beim Naturschutz steht die Erhaltung und Pflege der Natur und besonderer Landschaften im Vordergrund. Dazu gehört auch die Wahrung der Artenvielfalt von Flora und Fauna.
Unternehmensverantwortung
Unternehmensverantwortung, Corporate Social Responsibility (CSR), wird verstanden als freiwilliger Beitrag der Wirtschaft zu einer Nachhaltigen Entwicklung. "Soziale Verantwortung im und durch das Unternehmen" bedeutet Verantwortung nicht nur in den geschäftlichen Aktivitäten im In- und Ausland zu übernehmen, sondern auch in den Beziehungen zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Unternehmens, zum gesellschaftlichen Umfeld und gegenüber der Umwelt.
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W
Wasser
In vielen Teilen der Welt wird es schwieriger, ausreichend Wasser zu gewinnen. Verschmutzungen und der Bedarf einer wachsenden Bevölkerung machen es immer kostbarer. Jedes Jahr sterben mehr als fünf Millionen Menschen in Entwicklungsländern an Krankheiten, die durch verschmutztes Trinkwasser verursacht werden. Der Mangel an Süßwasser ist eines der großen Umweltprobleme, vor denen die Menschheit im 21. Jahrhundert steht. Das Salzwasser der Weltmeere ist für den menschlichen Genuss nicht geeignet.
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