BNE-Journal: Verankerung von CSR in der universitären Bildung

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BNE-Journal

Online-Magazin "Bildung für nachhaltige Entwicklung"




Verankerung von CSR in der universitären Bildung

BildanfangArtikel_Dr. Felicitas MocnyDr. Felicitas Mocny © Steinbeis Hochschule BerlinBildende

von Dr. Felicitas Mocny

Hochschulen, die verantwortungsbewusste Manager ausbilden wollen, müssen Unternehmensethik und Corporate Social Responsibility (CSR) in ihre Curricula integrieren. Die Steinbeis Hochschule Berlin setzt dabei auf einen integrativen Lehransatz, der ethische Prinzipien in allen Bereichen seines Master-Studiengangs "Responsible Management" vermittelt.

Seit dem Sommersemester 2010 bietet das Institut Corporate Responsibility Management (ICRM) an der privaten Steinbeis Hochschule Berlin den neuen  Master-Studiengang in Responsible Management an. Der Lehransatz des ICRM geht davon aus, dass CSR nur dann verbindlich und umsetzbar wird, wenn Verantwortung (unternehmens-)ethisch begründet wird.

Die Kernfragen

Hochschulen, die diese Ideen in ihren Curricula umsetzen wollen, sollten sich auf folgende Fragen konzentrieren: 

1. Wie können Hochschulen die bestehenden Curricula so transformieren, dass sie die Anforderungen an ein neues, holistisches Denken erfüllen?
2. Wie können Studiengänge das Wissen über Nachhaltigkeit und globale Verantwortung vermehren?
3. Wie können die Universitäten konsistente und systematische Management-Konzepte entwickeln?
4. Wie stellen die Verantwortlichen sicher, dass alle Lehrenden die neuen Forschungs- und Lehrmethoden systematisch anwenden? Wie wird diese Art des Lehrens und Forschens Teil der Strategie einer Hochschule?
5. Wie können neue Lernerfahrungen entstehen, die auf gemeinsamen Konzepten, Materialien und Prozessen basieren?

Die United Nations Principles for Responsible Management Education

Das ICMR orientiert sich an den Prinzipien der Vereinten Nationen für verantwortliches Management, den "UN Principles for Responsible Management Education (PRME: www.unprme.org)". Diese Leitlinien unterstützen Hochschulen dabei, die Prinzipien des Global Compact der Vereinten Nationen in die universitäre Managementausbildung zu integrieren. Unternehmen können dem Global Compact freiwillig beitreten und verpflichten sich damit, zehn Leitsätzen zu Umweltschutz, Menschen- und Arbeitsrechten sowie gegen Korruption zu folgen. Besonders die ersten drei Prinzipien dieses Paktes sind wichtig bei der Frage, wie CSR Teil der universitären Ausbildung wird.

Prinzip 1
Zweck: Wir wollen die Fähigkeiten unserer Studierenden entwickeln, dauerhaften Wert für Unternehmen und die Gesellschaft im Ganzen zu erzeugen und für eine einbeziehende und nachhaltige Weltwirtschaft zu arbeiten.

Prinzip 2
Werte: Wir wollen in unsere akademischen Aktivitäten und in unsere Curricula die Werte der globalen gesellschaftlichen Verantwortlichkeit einbeziehen, wie sie in internationalen Initiativen wie dem United Nations Global Compact dargestellt sind.

Prinzip 3
Methode: Wir wollen Rahmenbedingungen, Materialien, Prozesse und ein Umfeld für die Ausbildung schaffen, die wirksame Lernerfahrungen für verantwortungsvolle Unternehmensführung ermöglichen.  Um die Zielvorgaben der PRME-Initiative der Vereinten Nationen umzusetzen, ist es zunächst nötig, einen konsistenten ethischen Rahmen zu entwickeln. Er definiert Verantwortungskategorien und Handlungsoptionen, die sich daraus ableiten. Durch diese Definitionen werden die Prinzipien verbindlich. Die Verantwortungskategorien können sich aus ethischen Prinzipien und internationalen Deklarationen oder Standards ergeben. Außerdem können sie Ergebnisse diskursiver Prozesse, Methoden und Strukturen mit allen Beteiligten sein. Ersteres verlangt, dass die Studenten spezifisches Wissen in der universitären Ausbildung erwerben. Letzteres setzt voraus, dass sie in Hochschul-Seminaren ethische Diskurse praktisch anwenden und einüben.

Die Leitlinien der UN konkret umsetzen

BildanfangArtikel_Dr. Felicitas Mocny_Graphik 1???Großansicht des Bildes???© Steinbeis Hochschule BerlinBildende

PRME 1
Es ist eine wichtige Aufgabe der universitären Ausbildung, holistisches Denken zu lehren. Dieses Denken ist notwendig, damit Studierende mit der Komplexität von Verantwortung und den sich daraus ergebenden Handlungsoptionen umgehen können. Die Grafik links stellt einen Lehransatz dar, der diese Anforderungen erfüllen kann.

PRME 2
Für PRME 2 ist es nötig, Wissen zu vermitteln und eine Diskussion darüber zu führen, was die Werte der globalen gesellschaftlichen Verantwortlichkeit sein könnten. Das ICRM hat dafür verschiedene Systeme in den Bereichen Integrative Corporate Ethics Management, Ethics Compliance Management, Environment Management, Corporate Communication Management und Leadership Ethics entwickelt. Sie fassen zusammen, welches Faktenwissen und welche Kompetenzen Studierende in den verschiedenen Bereichen erwerben sollten. Die Environment Management Systems verdeutlichen beispielsweise, wie Studierende lernen, besonders komplexe Prozesse im Umweltbereich abzuschätzen. Je nach Studiengang integriert das ICRM Teil- oder komplette Systeme in die Curricula. Die Studenten setzten sich so mit den Werten des Global Compact der UN auseinander. Die Systeme sind die Eckpfeiler einer Hochschulausbildung, die den qualifizierten Umgang mit dem Begriff Global Responsibility ermöglichen.

BildanfangArtikel_Dr. Felicitas Mocny_Graphik 2???Großansicht des Bildes???© Steinbeis Hochschule BerlinBildende

PRME 3
Die Vorgaben des dritten Prinzips lassen sich nach Ansicht des ICRM am besten erfüllen, indem eine Hochschule  spezifische Module und Studiengänge entwickelt. Unternehmensethik und CSR erhalten nur dann den gesellschaftlich geforderten Stellenwert, wenn die Hochschulen eine eigenständige universitäre Ausbildung etablieren, die der Komplexität der Thematik Rechnung trägt.  Die Grafik auf der linken Seite gibt einen Eindruck davon, wie Universitäten derartige Forderungen umsetzen können.


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