BNE-Journal: "Wir sind die Firma!"

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BNE-Journal

Online-Magazin "Bildung für nachhaltige Entwicklung"




"Wir sind die Firma!"

BildanfangProjektbericht_Nachhaltige SchülergenossenschaftenBildende

von Ute Delimat

Viele Schüler – und auch viele Lehrer – wissen mehr über Aktiengesellschaften als über die demokratische und soziale Wirtschaftsform der Genossenschaften. 

Das ändert seit 2006 das Projekt "Nachhaltige Schülergenossenschaften" in Niedersachsen als bislang bundesweit einzigartiges Modell. Das Projekt und sein pädagogisches Modell haben sich bewährt und eine Auszeichnung im Rahmen der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" bekommen.

Figurentheater, PC-Training und Schulkiosk

Mit Unterstützung des Niedersächsischen Kultusministeriums haben sich bisher 35 Schülergenossenschaften gegründet. Bis Ende 2012 sollen es 50 sein. Das Besondere: Die Schülergenossenschaften arbeiten schulform- und jahrgangsübergreifend, das heißt, hier sind Schüler aller Schulformen mit dabei – von der Förderschule bis hin zur Berufsschule. Und auch die Geschäftsideen der Schüler sind vielfältig. Einige betreiben einen Schulkiosk oder eine offizielle Kartenvorverkaufsstelle vom Fußballverein Hannover 96. Andere bieten PC-Training für Senioren, Catering, Web- und Werbedesign oder Veranstaltungsmanagement an. Eine Schülergenossenschaft hat ein Figuren- und Marionettentheater auf die Beine gestellt.

BildanfangSchüler präsentieren ihre Produkte???Großansicht des Bildes???Dekade-Projekt Nachhaltige Schülergenossenschaften © Genossenschaftsverband Norddeutschland e.V.Bildende

Einer für alle – alle für einen: von der Idee zur "eG"

In den Schülergenossenschaften sind die Lehrer nur Moderatoren, die Schüler arbeiten hauptsächlich eigenverantwortlich. Dabei hilft aber der regionale Genossenschaftsverband. Normale Genossenschaften müssen sogar Mitglied im Verband sein, aber auch für genossenschaftliche Schülerprojekte ist seine Unterstützung sinnvoll. Denn eine Genossenschaft ist eine besonders stabile Wirtschaftsform, das bedeutet Sicherheit für die beteiligten Schüler, Lehrer und vor allem für die Schulen. Die Genossenschaften sind als Projekt der Schule angelegt und können dauerhaft bestehen bleiben, wenn die folgenden Jahrgänge sie weiterführen.

Zertifizierungen und Spezialkurse

In Niedersachsen stellt der Genossenschaftsverband e.V. (GV) gemeinsam mit dem Genossenschaftsverband Weser-Ems e.V. (GVWE) Prüfer und Berater an die Seite der Schülergenossenschaften. Die Schülergenossenschaften müssen wie richtige Genossenschaften Rechnungswesen, Organisation und Wirtschaftstätigkeit unter Beweis stellen. Die Schüler erfahren also, wie das reale Wirtschaftsleben einer Genossenschaft aussieht. Gleichzeitig hilft der Genossenschaftsverband bei der Unternehmensführung. Die betreuenden Lehrer erhalten Zertifizierungen als Multiplikatoren für nachhaltige Schülerfirmen in Niedersachsen. Spezialkurse für die Schüler für alle Fragen rund um die Themen Rechnungswesen und Buchführung runden die Projektidee ab.

Paten aus der Wirtschaft

Auch viele genossenschaftliche Paten, in der Regel Volksbanken und Raiffeisenbanken, engagieren sich in den jeweiligen Schulregionen als Ansprechpartner für die Schülergenossenschaften. Neben einer kostenfreien Kontoführung für die nachhaltigen Schülergenossenschaften findet auch ein regelmäßiger Kontaktaustausch untereinander statt: So kommen die Paten in die Schulen oder laden die Schüler in die Bank ein, sind bei den Gründungsversammlungen und auch bei der jährlichen Mitgliederversammlung mit dabei und stehen den Schülern bezüglich der Finanzen Rede und Antwort. So entstehen für beide Seiten gute Multiplikatoreneffekte.

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