Bewusster Konsum im Kinderzimmer
© Caritas MünchenBildende
von Helga Gabler
Wieso sind Massen von Spielzeug nicht gut für mein Kind? Was bedeuten Geburtstage eigentlich außer Geschenke? Und was kann positiv daran sein, den eigenen Konsum einzuschränken? Diese Fragen beantwortet ein Projekt der Caritas in München.
Unter dem Titel "süßes Leben – überquellende Kinderzimmer / Wege zur konsumbewussten Erziehung" beraten die Mitarbeiter Eltern und Erzieher und bieten Veranstaltungen in Kinderkrippen, Kindergärten und Schulhorten für Grundschüler an. Viele Erwachsene geben ihr teilweise gedankenloses Konsumverhalten direkt an ihre Kinder weiter. Ein wichtiges Ziel des Projektes ist es daher, bereits den Eltern kleinerer Kinder zu zeigen, was konsumbewusste Erziehung bedeutet.
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Stark gegen Konsumfallen
Eltern und Erzieher reflektieren durch das Projekt ihr eigenes Kaufverhalten. Die Eltern erfahren, wie ihre Kinder schon früh bestimmte Verhaltens- und Konsummuster von ihnen übernehmen. Die Vorbildfunktion im Elternhaus prägt die Einstellung der Kinder. Jungen und Mädchen, denen Familie oder Schule keine Finanzkompetenzen vermitteln, haben als Jugendliche und Erwachsene häufiger finanzielle Probleme. Neigen die Eltern dazu, sich für übermäßigen Konsum zu verschulden, anstatt Finanzkompetenzen zu vermitteln, sind Kinder gefährdet, später auch in die Schuldenfalle zu tappen. Berge von Spielsachen für jedes Kind sind auch aus einem anderen Grund ein Problem: Gerade Plastikspielzeug verbraucht bei Produktion und Transport viele Rohstoffe und Energie. Das Projekt vermittelt daher auch, welche ökologische Verantwortung jeder Einzelne hat.
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Elternabende mit Konsumbiografie und Lösungsansätzen
Konkretes Ziel der Elternabende ist es, die Werteorientierung der Eltern zu fördern und Alternativen zu materiellen Konsum zu zeigen. Zum einen ist es wichtig, dass Väter und Mütter lernen, die Phantasie und Kreativität ihrer Kinder anregen. Zum anderen versucht das Projekt, Nachhaltigkeit in der ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimension zu vermitteln. Die Elternabende gliedern sich in Referat, Gruppenarbeit und Plenum. Der Referent schildert zunächst eine so genannte Konsumbiografie. Dabei geht es zum Beispiel um Kindergeburtstage und Feiertage, die sich nur um Geschenke drehen. Ein weiteres Thema ist eine verplante Kindheit durch Kurse und Medienkonsum. In Kleingruppen diskutieren die Eltern verschiedene Fragen zu Werten und Konsumverhalten, die sie dann den anderen vorstellen. Die Eltern überlegen sich dabei, was sie tun, weil alle anderen es auch tun und worauf sie verzichten könnten. Muss man wirklich alles neu kaufen oder lohnt sich auch ein Ausflug auf den Flohmarkt oder in die Bücherei? Als Abschluss entwickeln die Teilnehmer der Kurse Lösungsansätze für ein gelungenes Konsumverhalten. Das kann ein kindgerechter Geburtstag mit angemessener Kinderzahl, unaufwändigen Spielen und Selbstgebackenem sein. Außerdem denken die Eltern darüber nach, wie sie die Freizeit mit ihren Kindern ohne Fernsehwerbung und Kaufhäuser verbringen können. In der Natur können Kinder zum Beispiel kreativ sein und eigene Spiele mit Wasser oder Steinen entdecken.
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Fünf Jahre Förderung von nachhaltigem Konsum
Das Caritas Zentrum Innenstadt in München hat das Projekt 2005 ins Leben gerufen. Alleine an den über 100 Veranstaltungen in Kindertagesstätten haben etwa 2.200 Eltern und Erzieher teilgenommen. Inzwischen hat die Landeshauptstadt München die Schuldenpräventionsmaßnahme als Regelförderung aufgenommen. Das Projekt hat eine Auszeichung als Offizielles Projekt der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" erhalten, da es vorbildlich nachhaltiges Denken und Handeln vermittelt. Ab 2010 führen die Mitarbeiter im Rahmen des Projekts Unterrichtseinheiten an Berufsfachschulen für Kinderpflege durch. Thema ist die Förderung von Finanz- und Konsumkompetenz. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Konsumerziehung von Vorschülern in Kitas.
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