BNE-Journal: Finanzielle Bildung: Baustein für eine nachhaltige Lebensplanung

BNE-Journal

Online-Magazin "Bildung für nachhaltige Entwicklung"



Finanzielle Bildung: Baustein für eine nachhaltige Lebensplanung

Bildanfang20100609_Neue_Broschüre zum nachhaltigen Haushalten© Sparkasse FinanzgruppeBildende

von Reiner Hardt

Wirtschaftlich stabile Privathaushalte bilden die Basis für eine nachhaltige Lebensplanung. "Geld und Haushalt", der Beratungsdienst der Sparkassen-Finanzgruppe, hilft Menschen, wirtschaftliche Kompetenzen zu entwickeln.

Sparkassen haben eine sehr breite Zielgruppenorientierung, vom Kleinverdiener bis zum sehr wohlhabenden Kunden. Doch die tragende Säule ist nach wie vor der bürgerliche Mittelstand mit mittlerem Einkommen.

Wirtschaftlicher Druck nimmt zu

Inzwischen jedoch droht dieser bürgerliche Mittelstand immer mehr zu erodieren. Schuld daran sind verschiedene Einflussfaktoren. So steht nicht erst seit der Finanz- und Wirtschaftskrise der Arbeitsmarkt in bedenklicher Weise unter Druck. Die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit drückt auf die Löhne und Gehälter und das Niedriglohnsegment wächst stetig. Befristete Arbeitsverträge drängen unbefristete Anstellungen weiter zurück. Die Reallöhne in Deutschland weisen schon lange keine positive Entwicklung mehr auf. Vorübergehende Seitwärtsentwicklungen gelten schon als Erfolg. Hinzu kommt, dass der Umbau des Sozialstaates tendenziell zu höheren finanziellen Belastungen der Privathaushalte führt - so zum Beispiel durch die private Altersvorsorge oder im Gesundheitswesen.
Unter derartigen Voraussetzungen wird die Lebensplanung für Privathaushalte zu einer echten Herausforderung. Der Einzelne benötigt dringend wirtschaftliche Kompetenzen, um sich auf immer häufiger verändernde Rahmenbedingungen einzustellen. Doch an der dafür erforderlichen Flexibilität im privaten Budget- und Finanzmanagement fehlt es häufig. Dies belegen zahlreiche Untersuchungen, zum Beispiel eine Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung aus dem Herbst 2009. Darin gesteht fast jeder Vierte ein eher unreflektiertes Konsumverhalten. Fast jeder Fünfte gibt an, das eingenommene Geld gleich wieder auszugeben, also keine Reserven zu bilden. In der Summe verengen sich die finanziellen Gestaltungsspielräume, die Gefahr finanzieller Krisen nimmt zu.

Geld und Haushalt - ein nachhaltiges Konzept

BildanfangProjektbericht_geld und haushalt© Geld und HaushaltBildende

Eine solche Entwicklung ist nicht gut für Privathaushalte und ebenfalls nicht gut für Sparkassen. Sparkassen haben wie kein anderer Finanzdienstleister in Deutschland die Möglichkeit, dem etwas entgegen zu setzen. Denn finanzielle Bildung und wirtschaftliche Kompetenzen sind die Grundlage für eine nachhaltige Lebensplanung, die die eigenen und die Interessen zukünftiger Generationen berücksichtigt. Genau an dieser Stelle setzt "Geld und Haushalt", der Beratungsdienst der Sparkassen-Finanzgruppe, an.
"Geld und Haushalt" ist eine Einrichtung, die seit mehr als 50 Jahren Privathaushalten hilft, mit dem Einkommen gut auszukommen. Dieser nachhaltige Ansatz fördert vor allem finanziell-wirtschaftliche Kompetenzen, aber stärkt auch ein soziales und ökologisches Bewusstseins. Vor diesem Hintergrund wurde der Beratungsdienst von der Deutschen UNESCO-Kommission als Offizielle Maßnahme der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet und in den Nationalen Aktionsplan aufgenommen.
Die Informations- und Beratungsangebote von "Geld und Haushalt" stehen allen Verbrauchern kostenlos zur Verfügung. Auch für die Sparkassen ist der Einsatz der Services in begrenztem Umfang kostenlos. Das Gesamtangebot teilt sich in drei Bereiche auf:

Konkreter Dienst am Kunden

Der RatgeberService umfasst zurzeit 13 Broschüren und zwei Softwareangebote. Dazu gehören zielgruppenorientierte Info-Broschüren zur Gestaltung der Finanzen für Jugendliche, junge Haushalte, Familien und Senioren. Das auf diese Weise erworbene Wissen können die Leser mit Hilfe praktischer Planungshilfen auf die jeweils individuelle Situation anwenden. Ökonomische Parameter spielen in Haushaltsbüchern und Haushaltskalendern, Taschengeld- und Web-Budgetplaner eine zentrale Rolle. Der Öko-Haushaltsplaner greift zudem ökologische Aspekte der Budgetplanung auf. Auch den nachhaltigen Umgang mit Finanzdienstleistungen vermittelt das Broschürenangebot. Zentrale Themen dabei sind das Girokonto und Grundlagen zu den Themen Geldanlage, Versichern und Finanzieren. Die Nachfrage nach den Angeboten aus dem RatgeberService ist in den vergangenen Jahren enorm angestiegen. Inzwischen haben interessierte Verbraucher mehr als eine Million Broschüren und Softwareangebote nachgefragt. Hier treffen Sparkassen also auf ein echtes Kundenbedürfnis.

BudgetAnalyse und Vorträge

BildanfangProjektbericht_Geld und Haushalt_Vortrag© Geld und HaushaltBildende

Ein umfassendes Tool zur BudgetAnalyse ergänzt die individuellen Beratungsangebote.  Dabei handelt es sich um ein webbasiertes Selbstinformationssystem, das über Stärken und Schwächen des jeweiligen Haushaltsbudgets informiert. Die Privathaushalte erhalten einen rund 16 Seiten umfassenden Beratungsbrief mit einer detaillierten Budgetaufschlüsselung. Dieser Beratungsbrief dient häufig als Grundlage für weit reichende Finanzentscheidungen und kann das Beratungsgespräch zwischen Sparkasse und Kunden qualitativ deutlich unterstützen. "Geld und Haushalt" führt jährlich rund 2.000 BudgetAnalysen durch. Die Nutzer dieses Angebotes sind zu rund zwei Drittel Menschen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren und Bezieher mittlerer Einkommen. "Geld und Haushalt" rundet das Angebot mit dem VortragService ab. Diesen Service können freie, nichtkommerzielle Veranstalter ebenso wie Sparkassen kostenlos nutzen. Die Themen des VortragService greifen rechtliche, ökonomische und ökologische Fragen der privaten Finanz- und Budgetplanung auf. "Geld und Haushalt" führt rund 1.000 Veranstaltungen jährlich durch, rund ein Drittel davon mit Beteiligung der Sparkassen. In Zukunft wollen die Sparkassen den ganzheitlichen Ansatz zur nachhaltigen ökonomischen Bildung noch stärker in ihr Geschäftsmodell implementieren. Denn das Wohl der öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute ist untrennbar mit dem Wohl ihrer Kunden verbunden.

Zum Projekt


Springen Sie direkt: zur Hauptnavigation zum Seitenanfang