Nadia Lausselet, Schweiz: "Beitrag leisten zur globalen Dimension der BNE"
Nadia Lausselet hat Geographie in der Schweiz, Canada und Niger studiert, und schließt momentan eine Weiterbildung im Bereich Nachhaltige Entwickung ab. Sie betreut für die Schweizer Stiftung Bildung und Entwicklung die Bereiche Bildung für nachhaltige Entwicklung und Nord-Süd-Austausch.
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Nadia Lausselet © privatBildende
Welche Erfahrungen und Eindrücke haben Sie auf der Weltkonferenz Bildung für nachhaltige Entwicklung gesammelt?
Die Teilnahme an der Weltkonferenz hat mir neue Blickwinkel auf das Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) eröffnet, den Aufbau eines ersten, persönlichen internationalen Netzwerkes erlaubt und mir Einblick in die weltweite Arbeit der UNESCO gegeben. Ich interessiere mich besonders für die interkulturellen Dimensionen der BNE. Darum war es für mich sehr spannend, mich mit Teilnehmern aus anderen Weltregionen auszutauschen, die an derselben Problematik arbeiten.
Die Workshops im Rahmen der Young Voices haben eine breite inhaltliche Auseinandersetzung gefördert und ein starkes Gefühl der Zugehörigkeit innerhalb der Gruppe aufgebaut. Diese positive Dynamik hat mich tief beeindruckt und begeistert. Dort hat eine Zusammenarbeit begonnen, die sich jetzt sowohl in bilateralen als auch in internationalen Projekten konkretisiert.
Was sind Ihre Ziele mit Blick auf BNE?
Besonders wichtig sind mir Synergien zwischen verschiedenen Bildungsansätzen, die Frage des Transfers von Theorie zur Praxis und die interkulturelle Dimension der BNE. Dies spiegelt sich in meinen beruflichen und außerberuflichen Aktivitäten und Plänen wider: Ich arbeite unter anderem an einer gemeinsamen Definition von BNE mit, die die Perspektive von mehreren Akteuren der schweizerischen Bildungslandschaft einbezieht und ich habe vor, im Rahmen einer Weiterbildung den Zusammenhang zwischen BNE und Globalem Lernen systematischer zu studieren. Privat bin ich dabei, ein Projekt mit Lehrpersonen und außerschulischen Akteuren zu starten, das eine mögliche Konkretisierung von BNE auf der Sekundarstufe II anstrebt. Last but not least arbeiten wir im Rahmen der "Young Voices" daran, eine internationale Web-Plattform zum Austausch untereinander zu gründen. Ziel ist es, einen Beitrag zur globalen Dimension der BNE zu leisten.
Was erwarten Sie von der Regierungspolitik in Ihrem Land?
Da die Schweiz momentan noch 26 unterschiedliche Bildungssysteme hat, braucht es ein klares politisches Engagement, eine gemeinsame Vision mit konkreten und differenzierten Umsetzungsschritten, eine große Überzeugungskraft und eine systematische Koordination, um den Diskurs im Sinne einer BNE weiterzuentwickeln. Viel wird schon gemacht: Es gibt einen nationalen Maßnahmenplan, der von mehreren Ämtern getragen wird; außerdem existieren auf verschiedenen Ebenen Ansätze, um die Arbeit mehrerer Akteuren zu koordinieren. Bald soll eine Fachagentur entstehen, was sehr zu begrüßen wäre. Weitere klare politische Zeichen, die den Prozess unterstützen würden, wären zum Beispiel:
- Kohärenz zwischen unterschiedlichen bildungspolitischen Segmenten und Projekten;
- Strukturen und Finanzierungsweisen, die eine Kooperation statt Konkurrenz zwischen den Akteuren fördern;
- Unterstützung von Gremien, die als Think Tanks wirken, partizipative Prozesse begünstigen und informelle Bildung mit einbeziehen.
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