Das Wasser-Info-Zentrum Eifel als außerschulischer Lernort
Von Erich Schmidt
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Das Wasser-Info-Zentrum Eifel ist eine Einrichtung der Stadt Heimbach in der Eifel, die seit 2003 mit Unterstützung der privaten Karl-H.-Krischer-Stiftung betrieben wird.
Neben der Dauerausstellung werden zahlreiche Sonderveranstaltungen angeboten.Ein Schwerpunkt des Wasser-Info-Zentrums ist die Durchführung von Veranstaltungen für Schulklassen.
Das "Blaue Klassenzimmer" ist als außerschulischer Lernort für alle Schulformen und alle Jahrgangsstufen für die fächerübergreifende Umweltbildung von Kindern ab dem Vorschulalter eingerichtet.
Die Schulklassen werden im Regelfall mit einer einstündigen Führung durch die Dauerausstellung in die Region und den im Vorfeld geklärten Interessenschwerpunkt eingeführt. Anschließend wird in zwei- bis dreistündigen Workshops das Thema in Kleingruppen bearbeitet. Ziel ist es, die Schüler durch Experimente, Versuche oder selbstgebaute Modelle zu einem vertieften Verständis der Zusammenhänge und der Vernetzungsmechanismen ihrer Umwelt zu bringen.
Durch das Heranführen an die Natur wird die grundlegende Erkenntnis in ihre Schützenswertheit geweckt, Problembewußtsein hergestellt und es werden Lösungsansätze aufgezeigt, die mit der Lebenswelt des Einzelnen zu tun haben. Die Schüler erfahren durch selbstständiges Handeln ein neues Lernen miteinander, haben oft zum ersten Mal auch ein echtes "Natur-Erlebnis" und bekommen Anleitungen zum Entdecken der eigenen Umwelt.
Die Themenbereiche für Schulklassen sind:
Gewässerbiologie im Workshop "Fließgewässer-Ökologie"
Der Workshop bietet Programme für Kinder und Jugendliche aller Altersstufen. Idealerweise wird er mit einer einstündigen Führung durch das Wasser-Info-Zentrum kombiniert. Hierbei bekommen die Schüler an den verschiedenen Modellen die räumlichen Zusammenhänge der globalen und lokalen Wasserkreisläufe und die Grundlagen der Bedeutung des Wassers für Natur, Umwelt und die menschlische Zivilisation erklärt.
Den Höhepunkt des Programms bildet eine Exkursion zur Rur, wo die Schüler selbständig am Fluss aktiv werden und die Vernetzung der Lebensräume mit der Umwelt mit allen Sinnen fächerübergreifend erfahren. Am Flussufer werden Wassertiere, -pflanzen und -proben gefangen bzw. gesammelt, die dann im Schülerlabor unter Stereomikroskopen beobachtet und bestimmt werden. Der Umfang der Untersuchungen richtet sich nach der Zeitdauer der Programme und der jeweiligen Altersklasse (Grundprogramm ca. 3 Stunden inklusive Führung). Dabei wird besonderer Wert auf ein spielerisches Erfahren unserer Umwelt und den Bezug zum täglichen Leben gelegt. Die Lehrinhalte können auch individuell abgestimmt werden.
Als Ergebnis des Programms beurteilen die Schüler die Wasserqualität und erkennen die Bedeutung des Wassers für sich und ihre Umwelt.
Regenerative Energie-Gewinnung im Workshop "Wasser-Energie"
Seit ca. 3000 Jahren nutzen die Menschen die Kraft des Wassers. Das Schöpfrad der Sumerer im Zwischenstromland war die erste Maschine der Menschheit. Seither wurde die Technik immer weiter verbessert bis zu den heutigen Wasserkraftanlagen.
Im Zuge des fortschreitenden Klimawandels sind Wasserkraftanlagen wieder interessanter geworden. Im Workshop "Wasser-Energie" werden Schüler ab der 3. Klasse mit Modellen, funktionsfähigen Original-Exponaten und selbst gebauten Wasserrädern mit der Geschichte und Funktion der Wasserkraftnutzung vertraut gemacht.
Das mit einfachsten Mitteln gebastelte "unterschlächtige" Wasserrad wird dann zum Abschluß des Workshops im Wassergarten an einer 20 Meter langen Versuchsstrecke zum Einsatz gebracht. Die schnellsten, material-ökonomischsten und originellsten Modelle werden bewertet und prämiert.
Orientierung und Verhalten in der Natur im Workshop "Mit Karte und Kompass zur Quelle"
Wasserläufe gestalten die Landschaft. Es gibt sie als kleine Rinnsale, gluckernde Bäche und breite Flüsse. Auf der Exkursion wird ein typischer Mittelgebirgsbach, der nahe gelegene Fischbach, besucht. Um den richtigen Weg zu einer nahre gelegenen Quelle zu finden, müssen geheimnisvolle Karten mit unbekannten Symbolen entschlüsselt werden. Hier erlernen Kinder ab der 4. Klasse spielerisch den Umgang mit Karten, Signaturen und verschiedenen Maßstäben. Dabei bildet das Thema "Wasser" den inhaltlichen Rahmen.
In Kleingruppen üben die Kinder das Gelernte im Gelände und erwerben auf diese Art praktische Erfahrungen mit Kompass, Himmelsrichtungen und verschiedenen Orientierungstechniken. Ganz nebenbei nehmen die Kinder die Landschaft bewusst wahr und stellen einen Zusammenhang zwischen Relief und dem Verlauf der Fließgewässer her. Die Kinder zeichnen die Wanderstrecke in einer Karte ein, die sie anschließend mit nach Hause nehmen können. Für diesen Kurs gilt daher im Besonderen das Motto: "Der Weg ist das Ziel".
Auf Anfrage sind individuell abgestimmte Angebote möglich. So werden in Kooperation mit dem Wasserverband Eifel-Rur Schulklassen ab Jahrgangsstufe 5 durch den Kontrollgang des Staudammes der Rurtalsperre Schwammenauel geführt. Die Führung durch das Wasser-Info-Zentrum Eifel mit seinem großen und interaktiven Talsperrenmodell verdeutlicht die Zusammenhänge und Dimensionen der Wasserwirtschaft und verbindet theoretisch-modellhaftes Wissen mit der realen, praktischen Erfahrung.
Das Wasser-Info-Zentrum Eifel wurde 2007 von mehr als 130 Schulklassen und Gruppen aus dem Erwachsenenbildung sowie Kinder- und Jugendgruppen besucht.
Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag von 14.00 - 17.00 Uhr
Das Wasser-Info-Zentrum gehört zu folgenden Netzwerken:
www.exploregio.net www.eifel-expeditionen.eu www.industriemuseen-emr.de www.eifelmuseen.de
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