BNE-Journal: Chemnitzer Agendaprojekt: "Blumenwiese statt Einheitsrasen"

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Online-Magazin "Bildung für nachhaltige Entwicklung"




Chemnitzer Agendaprojekt: "Blumenwiese statt Einheitsrasen"

BildanfangEine Wiese der VielfaltEine Wiese der Vielfalt nach der Aktion des Umweltzentrum Chemnitz. © Umweltzentrum ChemnitzBildende

Am 27. November 2007 wurde in Stuttgart das Chemnitzer Agendaprojekt: "Blumenwiese statt Einheitsrasen" als offizielles Projekt der UN- Dekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung" ausgezeichnet. Projektpartner sind neben dem NABU – Regionalverband Erzgebirge, der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) und das Umweltzentrum.

Im Rahmen des Chemnitzer Stadtumbauprozesses haben sich die Arbeitsgruppen der Agenda 21 auf Stadtteilebene in Ideenkonferenzen zur Zwischennutzung von Abrissflächen mit dem Anlegen von Wiesen aus Saatgut artenreicher einheimischer Wiesen statt dem üblichen Einheitsrasen eingesetzt.

Um Kinder- und Jugendliche für die Naturwiesen zu begeistern wurden Kunst- und Fotowettbewerbe ausgerichtet, die besten Teilnehmer prämiert und die Kunstwerke öffentlichkeitswirksam z. B. im Kulturkaufhaus "DAStietz" und im Kinder- und Jugend-Freizeit-Zentrum Kraftwerk präsentiert. Die lokale Presse stellte eine Serie der schönsten städtischen Wiesen vor, die von Mitarbeitern des Umweltzentrums und des NABU erarbeitet wurden.

Mit dem Jahr der Artenvielfalt in Chemnitz wurde u. a. im Rahmen jahreszeitlicher Wanderungen der GEO-Tag der Artenvielfalt genutzt, um die Chemnitzer einzuladen unter künstlerischer oder naturwissenschaftlicher Anleitung die Sumpfwiese Heinersdorf und ein Fauna-Flora-Habicht-Gebiet zu erkunden. Dabei wurden 435 Tier- und Pflanzenarten nachgewiesen.

BildanfangBrachland ohne VielfaltDas Brachland ohne Vielfalt vor der Aktion des Umweltzentrum Chemnitz. © Umweltzentrum ChemnitzBildende

Für den Zeitraum von 2008 bis 2013 ist geplant, erstmalig für Sachsen gebietsheimisches Saatgut von selten gewordenen Wiesenpflanzen zu produzieren. Dabei werden Flächen des Stadtumbaus und die bereits aktiven Agenda-Akteure eine wichtige Rolle spielen. Dadurch entsteht eine für das gesamte Bundesgebiet völlig neue Modell-Struktur des Grünflächenmanagements in einem urbanen Ballungsraum mit sozialem Peripheriecharakter. Saatgutproduktion, -vertrieb und -verwendung werden sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Nachhaltigkeitskriterien gerecht, integrieren Menschen mit unterschiedlichen Biografien und zeigen Alternativen zur Nivellierung von Natur- und Sozialstrukturen auf.

Die im Rahmen des Kooperationsprojektes "Artenreiches Grünland in Sachsen" auch im Stadtgebiet Chemnitz seit 2005 angelegten neuen Grünflächen werden zusammen mit anderen Wiesen-Projektbausteinen 2008 in einer Broschüre publiziert.


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