BNE-Journal: Die jährliche "Regen-Check Wetterwoche" in Norwegen

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BNE-Journal

Online-Magazin "Bildung für nachhaltige Entwicklung"




Die jährliche "Regen-Check Wetterwoche" in Norwegen

Hintergrund des Projekts

BildanfangPerson mit Regenschirm geht während eines Platzregens spazierenBildende

Das norwegische Direktorat für Bildung und Ausbildung hat eine Vielzahl von Kampagnen ins Leben gerufen, um Schulen dabei zu unterstützen, ihre örtliche Umgebung stärker als Lernplattform für Umweltbildung zu nutzen.

Im Rahmen eines 2004 ausgerichteten Wettbewerbs zum Thema Wasser im lokalen und globalen Kontext reichten Schüler 55 Berichte ein. 270 Schulen nahmen an einem Projekt zur Wasserqualität teil. 2005 beteiligten sich 220 Schulen an einer Kampagne zum Thema kulturelles Erbe, 183 Schulen machten mit bei Projekten über den Energieverbrauch an Schulen. Voraussetzungen für die Kampagnen sind ein Netzwerk mit Kooperationspartnern und eine Internet-Plattform, die im Artikel zum norwegischen Netzwerk für Umweltbildung näher beschrieben wird.

Die jährliche "Regen-Check Wetterwoche" wurde im Herbst 2006 durchgeführt und ist die aktuelle norwegische Kampagne zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung, bei der Schüler an mehr als 900 Schulen landesweit eine Woche lang Niederschlagsmessungen durchführen und sich mit Wetter und Klima auseinandersetzen.

Organisation des Projektes

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Das Projekt wurde vom Direktorat für Bildung und Ausbildung in enger Zusammenarbeit mit der Nationalen Norwegischen Rundfunkanstalt (NRK) geplant und organisiert. Die NRK produzierte und sendete eine Reihe hochkarätiger Fernsehsendungen und Web-Casts zu den Themen Wetter, Klima und Energie. Weitere Partner waren das Norwegische Institut für Lufterforschung (Norwegian Institute for Air Research, NILU) und die Norwegische Forschungsgemeinschaft. Die Internet-Seite www.miljolare.no bietet eine webbasierte Plattform mit Information über Wetter und Klima, einen Leitfaden zur Umsetzung des Projekts an Schulen und eine nationale Datenbank zur Veröffentlichung von Arbeitsergebnissen. Der Ablauf der "Regen-Check Wetterwoche" ist denkbar einfach. Schulen erhalten Niederschlagsmesser und Schüler messen eine Woche lang die Niederschläge. Die regionalen Ergebnisse werden im Internet veröffentlicht und können so landesweit abgerufen werden. Lehrer können das Projekt in den Unterricht einbinden und Bezüge zu verschiedenen Themen des Lehrplans herstellen.

Finanzierung des Projekts

Das Projekt wird vom Norwegischen Direktorat für Bildung und Ausbildung mit einem Budget von etwa 1 Million Kronen (125.000 €) gefördert.Bildung für Nachhaltige Entwicklung innerhalb des Projekts
Im Anschluss an die "Regen-Check Wetterwoche" wurden die Ergebnisse wissenschaftlich ausgewertet, und es wurde eine Nutzerevaluation des Programms durchgeführt. Die Auswertung ergab, dass die Wettervorhersagen den tatsächlichen Niederschlag in der untersuchten Woche relativ genau vorausgesagt hatten. Die Schüler lernten, sich kritisch mit wissenschaftlichen Aspekten von Wetter- und Klima-Forschung auseinanderzusetzen und erhielten Einblick in die Unwägbarkeiten von Wettervorhersagen.

Die Ergebnisse der Evaluation:

  • Materialien, Fernsehsendungen und Tätigkeiten im Rahmen der "Regen-Check Wetterwoche" waren für alle Altersstufen von der ersten Klasse bis zur weiterführenden Schule geeignet, obwohl im Vorfeld nicht nach Alter differenziert wurde. Nutzer aller Altersstufen zeigten sich sehr zufrieden mit dem Projektablauf, dem wissenschaftlichen Anteil, den Fernsehsendungen und den Methoden der Datenaufzeichnung.
  • Insbesondere weiterführende Schulen zeigten sich selbstkritisch im Hinblick auf die Einbindung des Projekts in den Lehr- und Stundenplan.
  • Alle Schulen führten die Niederschlagsmessungen sowie die Eingabe der Ergebnisse in die nationale Datenbank durch. Ein Großteil der Schulen gab an, dass durch das Projekt vielfältige Lernaktivitäten wie Diskussionen, Analysen, schriftliche Übungen, Präsentationen, mathematische und statistische Auswertungen, Einführung in die Fachterminologie sowie Projekte und Kontakte mit lokalen und regionalen Partnern angeregt wurden.
  • Das Programm wurde primär in naturwissenschaftlichen Fächern und im Mathematikunterricht, seltener in den Sozialwissenschaften und im Geographieunterricht eingebunden. An einigen Schulen wurde das Projekt auch im Sprachunterricht, in der Informations- und Kommunikationstechnik und in künstlerischen Fächern thematisiert.
  • Die meisten Schulen verbrachten während der Projektwoche 3-5 Stunden mit dem Projekt. Durch eine langfristigere Planung könnte die Einbindung wahrscheinlich optimiert werden, was zu einer Verbesserung der Lernresultate führen würde.
  • Durch das Projekt konnten Aspekte einer Bildung für nachhaltige Entwicklung erlernt werden. Dazu gehören das Verständnis von Wetter und Klima-Systemen, komplexe Zusammenhänge zwischen Mensch und Klima, kritisches Denken, eine reflektierte Betrachtung von Verantwortung für Klimawandel und mögliche Gegenmaßnahmen sowie wissenschaftliche Fertigkeiten.
  • Die beteiligten Schulen ermutigten das Direktorat, weitere Kampagnen zu organisieren und die "Regen-Check Wetterwoche" fortzusetzen. Die Lehrer schätzten besonders die enge Kooperation mit den Medien wie Fernsehsender und Internet. Positiv hervorgehoben wurde das Informationsmaterial, der Internet-Auftritt, die Beteiligung der Schüler an einer nationalen Forschungskampagne sowie die Tatsache, dass sich die Aktivität an Schulen einfach umsetzen lässt.

Das Ergebnis im Hinblick auf Nachhaltigkeit

Das Projekt zeigte sowohl kurz- als auch langfristig eine Vielzahl nachhaltiger Ergebnisse. Langfristiges Ziel ist die Ausbildung einer neuen Generation von verantwortungsvollen, sachkundigen und einsatzbereiten Bürgern, die zur sinnvollen Ressourcennutzung beitragen. Schulen sind bereits jetzt eine wichtige Anlaufstelle für lokale Nachhaltigkeitsprojekte. Der womöglich wichtigste unmittelbare Effekt ist, dass Schüler lernen, welch positiven und konkreten Beitrag sie selbst zu nachhaltiger Entwicklung leisten können.

Die "Regen-Check Wetterwoche" wird 2007 auf der Grundlage der Evaluationsergebnisse wiederholt. Eine ähnliche Kampagne zur Sammlung von Frühlingsanzeichen wird im Frühjahr 2007 durchgeführt.

Mit dem Kooperationsnetzwerk und dem Internet-Portal wurde ein Informationspool geschaffen, an dem sich interessierte Schulen, Lehrer und Schüler mit geringen Mitteln und ohne zusätzliches Personal und Material beteiligen können.

Miljolare-Webseite


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